Zahl der neu entdeckten HIV-Infektionen in Deutschland geht zurück

Letztes Jahr wurden acht Prozent weniger Infektionen diagnostiziert als noch 2015

Kondome mit Red Ribbon
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Zum ersten Mal seit fünf Jahren ist 2016 in Deutschland die Zahl der neu entdeckten HIV-Infektionen zurückgegangen. Das geht aus dem „Epidemologischen Bulletin“ des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin hervor.

So wurde im letzten Jahr bei 3.419 Menschen in Deutschland zum ersten Mal das HI-Virus nachgewiesen. Das sind acht Prozent oder 280 Personen weniger als noch im Jahr 2015. Auch bei neuinfizierten Männern, die sich durch Sex mit Männern angesteckt hatten, (MSM) ist die Zahl rückläufig. In dieser Gruppe wurden letztes Jahr 1.725 Neudiagnosen gezählt, um 142 weniger als im Jahr zuvor.

Rückgang auch unter schwulen und bisexuellen Männern, vor allem in Großständten

Die größten Rückgänge gab es dabei in Großstädten: So meldete Hamburg 27 HIV-Neudiagnosen bei MSM weniger, Nordrhein-Westfalen 29 Fälle und in Hessen wurden sogar 35 Neudiagnosen weniger als 2015 registriert. In ländlichen Gebieten stagnierten die Zahlen.

Doch die Deutsche Aids-Hilfe (DAH) mahnt dennoch zur Vorsicht: Eine sinkende Zahl der Neudiagnosen heiße nicht automatisch, dass sich auch weniger Menschen mit dem Virus infiziert hätten. Denn eine Schätzung der tatsächlichen Neuinfektionen veröffentlicht das RKI erst im November.

Die nun veröffentlichte Zahl der Neudiagnosen zeige lediglich, bei wie vielen Personen der Virus zum ersten Mal nachgewiesen wurde – und das lässt keinen Rückschluss darauf, wann sich die Person infiziert hätte. Einer aktuellen Studie zufolge trage jeder Zweite, der HIV-positiv getestet werde, den Virus bereits seit längerem in sich.