Kim Davis unterstützt Gegner der Ehe-Öffnung in Rumänien

Ikone der Ehe-Öffnungs-Gegner macht für US-Radikale Werbung für Referendum gegen Ehe für alle

Kim Davis mit religiösen Aktivisten in Rumänien
Liberty Counsel/Facebook

Dass Homo-Hasser international gut vernetzt sind, beweist jetzt die US-Amerikanerin Kim Davis. Die Standesbeamtin aus Kentucky wurde zur Ikone der Erzkonservativen, als sie nach der Öffnung der Ehe im Jahr 2015 einem schwulen Paar die Ehedokumente aus religiösen Gründen verweigerte – und dafür fünf Tage lang ins Gefängnis kam.  Nun treibt sie – von einer erzkonservativen US-Organisation finanziert – ihr Unwesen in Rumänien.

Erzkonservative machen gegen Ehe-Öffnung mobil – obwohl diese nicht auf der Tagesordnung steht

Dort gibt es vermutlich noch dieses Jahr ein Referendum, ob ein Verbot der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in die Verfassung aufgenommen wird. Derzeit ist dort geschlechtsneutral von „Ehepartnern“ die Rede. Die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ist in Rumänien allerdings durch das Ehegesetz verboten. Und auch ohne die konservativen Aktivisten würde sich daran nichts ändern: Das Land bietet gleichgeschlechtlichen Paaren derzeit nicht einmal eine Eingetragene Partnerschaft.

Die Initiative für das Referendum kommt von der „Koalition für die Familie“, einer Gruppe von dreißig konservativen und kirchennahen Organisationen. Eine entsprechende Petition haben drei Millionen Rumänen unterzeichnet, für eine Volksabstimmung notwendig wären nur 500.000 Unterschriften gewesen. Dem Eurobarometer, einer europaweiten Umfragereihe, zufolge gehört Rumänien neben Bulgarien und Lettland zu den LGBT-feindlichsten Staaten der Europäischen Union.

US-Radikale exportieren ihren Homo-Hass auch nach Zentral- und Osteuropa

Jetzt unterstützt die US-Amerikanerin die Gegner der Ehe-Öffnung. Auf Kosten des LGBT-feindlichen „Liberty Counsel“, das Davis juristisch unterstützt hat, ist sie derzeit auf einer neuntägigen Tour durch Rumänien. Gemeinsam mit Harry Mihet, dem rumänisch stämmigen Vize der Organisation, will sie mehrere Städte besuchen, um dort über die „Auswirkungen“ der Eheöffnung in den USA zu „diskutieren“. Neben der Hauptstadt Bukarest sind auch Auftritte in Cluj-Napoca, Hermannstadt, Timișoara und Iași geplant.

Das passt gut in das neue Konzept erzkonservativer US-Gruppen: Nachdem sie den Kampf gegen die Ehe-Öffnung in den USA verloren haben, richten sie ihren Schwerpunkt auf Länder in Osteuropa oder Afrika. So waren US-Organisationen auch bei einem ähnlichen Referendum in der Slowakei aktiv. Damals scheiterten sie an der niedrigen Beteiligung.

Für Kim Davis untergräbt die Ehe-Öffnung die Gewissensfreiheit

In ihren Auftritten erklärt Davis, dass die Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare und Gewissensfreiheit in einem Land nicht gleichzeitig existieren können. Ihrer Meinung nach würden sie sich gegenseitig ausschließen. „Diejenigen, die für gleichgeschlechtliche ‚Ehen‘ werben, haben null Toleranz für Gewissensfreiheit“, lamentiert sie. Bis jetzt hat sie schon zwei Erzbischöfe der rumänisch-orthodoxen Kirche getroffen, weitere Treffen mit hohen Geistlichen seien geplant.

Privat scheint es Kim Davis mit der Heiligkeit der Ehe übrigens nicht ganz so ernst zu nehmen: Sie hat bereits drei Scheidungen hinter sich und ist jetzt zum vierten Mal verheiratet.