Berlin: Homo-Mahnmal am Nollendorfplatz beschmiert

Das Mahnmal beim U-Bahnhof wurde mit einem Hakenkreuz und einem Schriftzug geschändet

Mahnmal für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus
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Am Berliner Nollendorfplatz ist das Mahnmal für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus geschändet worden: Unbekannte haben am Donnerstag in der Früh den rosa Winkel mit einem Schriftzug und einem angedeuteten Hakenkreuz beschmiert.

Anrufer meldete Schändung bei der Polizei

Ein unbekannter Anrufer meldete gegen 10.00 Uhr über den Polizei-Notruf, dass das Mahnmal beschmiert worden war. Die Entfernung der Schmiererei wurde veranlasst. Der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes Berlin führt die weiteren Ermittlungen.

Das Mahnmal für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus am U-Bahnhof Nollendorfplatz wurde am 24. Juni 1989 enthüllt und ist damit die erste Gedenktafel in Deutschland für LGBT-Opfer im öffentlichen Raum.

Erstes Mahnmal für homosexuelle NS-Opfer im öffentlichen Raum

Es handelt sich bei dem Mahnmal um einen rosa Winkel aus Marmor mit dem Text „Totgeschlagen – totgeschwiegen – den homosexuellen Opfern des Nationalsozialismus“. Der rosa Winkel war das Erkennungsmerkmal für schwule Häftlinge in den Konzentrationslagern des Nationalsozialismus.

Im Jahr 1993 wurde der rosa Winkel durch eine Texttafel aus Bronze ergänzt, die auch an die Schließung der umliegenden Szenelokale nach der Machtergreifung der NSDAP erinnert.

Die Initiative für das Mahnmal am Nollendorfplatz kam ursprünglich von der Allgemeinen Homosexuellen Arbeitsgemeinschaft (aha) und der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK).