19-Jähriger in Berlin am hellichten Tag verprügelt, weil er schwul ist

An der U-Bahn Station wurde er von einem Unbekannten überraschend angegriffen

Polizei Berlin
Symbolbild

Erneut hat es in Berlin einen schwulenfeindlichen Angriff gegeben: Ein Unbekannter schlug einem 19-Jährigen überraschend ins Gesicht, nachdem er erwähnt hatte, dass er schwul sei.

Ohne Vorwarnung schlug der Unbekannte dem jungen Mann mehrmals ins Gesicht

Die Tat ereignete sich am Samstag gegen 7.00 Uhr vor dem vor dem Eingangsbereich des S- und U-Bahnhofes Pankow in der Berliner Straße. Der 19-Jährige kam mit dem Unbekannten ins Gespräch. Nachdem er seine Homosexualität erwähnt hatte, wurde der Mann brutal: Ohne Vorwarnung schlug er dem jungen Burschen mehrere Male mit der Faust ins Gesicht. Dann flüchtete er in unbekannte Richtung.

Der Jugendliche erlitt dabei Verletzungen im Gesicht. Er zeigte die Tat kurz danach bei der Berliner Polizei an. Eine ärztliche Behandlung lehnte der 19-Jährige ab. Die weiteren Ermittlungen hat – wie bei allen Hassverbrechen – der polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin übernommen.

Immer wieder werden schwule Männer in öffentlichen Verkehrsmittel angegriffen

Gewalt gegen Schwule in öffentlichen Verkehrsmitteln kommt in Berlin immer wieder vor: So wurde ein 39-Jähriger, der mit seinem Partner unterwegs war, im März von zwei Männern und einer Frau in einer Straßenbahn beleidigt und dann geschlagen.

Im April wurden drei Männer im April von einer Gruppe Jugendlicher in der S-Bahn angegriffen. Im Juni wurde ein junger Mann in Frauenkleiden in der U-Bahn-Station Mehringdamm bespuckt.

Immer mehr Gewalt gegen LGBT in Berlin

Die Berliner Polizei erwähnt den LGBT-feindlichen Hintergrund von Straftaten in ihren Pressemeldungen explizit, auch werden die Taten in den Statistiken gesondert ausgewiesen. Demnach gab es im letzten Jahr in der deutschen Hauptstadt insgesamt 162 Delikte gegen Angehörige sexueller Minderheiten, darunter 44 Gewalttaten.

Auch der Nollendorfkiez in Schöneberg, das Zentrum der Community, ist mittlerweile kein Platz mehr, um als Schwuler oder Lesbe sicher vor Hassverbrechen zu sein. So gibt es dort fast jeden Monat eine homophobe Straftat. Die Dunkelziffer dürfte noch höher sein.