Rachenkrebs durch Oralsex: Ärzte warnen vor HPV-Virus

Besonders bei wechselnden Sexualpartnern ist das Risiko für eine Krebserkrankung in Mund und Rachen besonders hoch

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Das Humane Papillomavirus (HPV) kann nicht nur Gebärmutterhalskrebs auslösen. Bei Oralsex kann es auch für Rachenkrebs verantwortlich sein. Neben Alkohol und Rauchen spielt eine wesentliche Rolle für die Entstehung von Krebs in Mundhöhle, Rachen oder Kehlkopf. Die Zahl der Fälle steigt, berichtet ORF.at. Betroffen sind vor allem Männer mit wechselnden Sexualpartnern, warnen Mediziner.

Oralsex mit wechselnden Partnern als Hauptgrund für Krebs durch HPV

So führt eine HPV-Infektion in Rachenbereich immer öfter zu einem Rachenkarzinom. In den USA geht man davon aus, dass es im Jahr 2020 mehr durch HPV verursachte Mund- und Rachenkarzinome geben wird als Fälle von Gebärmutterhalskrebs. Dietmar Thurnher, Vorstand der Universitätsklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde der Medizinischen Universität Graz, geht gegenüber ORF.at davon aus, dass das auch für den deutschsprachigen Raum zutrifft.

Als Hauptursache für eine HPV-Infektion im Rachenbereich gilt Oralsex, vor allem wenn man wechselnde Sex-Partner hat. Untersuchungen in den USA haben gezeigt, dass oraler Sex mit mehr als drei Partnern pro Jahr das Risiko signifikant erhöhen kann. Der typische Patient mit einem HPV-positiven Rachenkarzinom ist männlich und etwa 40 Jahre alt.

Zwar gibt es eine Impfung gegen das HPV-Virus, diese ist aber derzeit vor allem als Vorbeugung gegen Gebärmutterhalskrebs im Bewusstsein. Doch um Rachen- und Mundkrebs vorzubeugen sei sie genauso wichtig, betont Thurnher. Diese Impfung ist in Österreich für neun- bis zwölfjährige Kinder kostenlos, denn geimpft werden sollte noch vor dem ersten Sexualkontakt.

HPV-Tumor ist verhältnismäßig gut behandelbar – wenn er rechtzeitig erkannt wird

Schwierig ist es allerdings, den Virus bei Erwachsenen im Vorfeld im Rachen festzustellen: Während HPV-Infektionen in der Gebärmutter durch einen Abstrich einfach festzustellen sind, ist das im Rachen schwieriger. Denn als Folge der Immunabwehr verschwinden dort die Infektionen auch immer wieder. Bei Männern führt das Virus im Genital- und Analbereich außerdem zu Feigwarzen.

Ein HPV-positiver Rachentumor ist relativ gut behandelbar. Das Karzinom reagiert gut auf Bestrahlung und Chemotherapie, die Heilungschancen sind verglichen mit anderen Krebsarten vergleichsweise hoch. Allerdings zählen die Karzinome zu den am schnellsten wachsenden.

Deshalb ist es wichtig, eine eventuelle Erkrankung frühzeitig zu erkennen: Wenn Rachen- oder Zungenschmerzen, nicht heilende Mundgeschwüre, Heiserkeit oder Knoten am Hals länger als drei Wochen bestehen, sollte man auf jeden Fall einen HNO-Arzt aufsuchen.