Aidshilfe Vorarlberg will Vorurteile gegenüber HIV-Positiven bekämpfen

"Diskriminierungsregister" als Basis für Aufklärungsgespräche

Kondome mit Red Ribbon
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In Vorarlberg sind etwa 450 Menschen mit HIV infiziert. Sie haben noch immer häufig mit Diskriminierung zu kämpfen. Die Aidshilfe Vorarlberg startet deshalb eine neue Aufklärungskampagne, berichtet der ORF Vorarlberg.

Wer sich als HIV-positiv outet, kann seinen Job verlieren

Bei der Aidshilfe Vorarlberg ratet man Betroffenen, sich nicht zu outen, um Diskriminierungen vorzubeugen. Und diese können bis zu einer Kündigung am Arbeitsplatz gehen, weiß Renate Fleisch von der Aidshilfe Vorarlberg. Auch bei der medizinischen Versorgung gebe es herablassende Kommentare, Terminverschiebungen auf den letzten Platz oder übertriebene Sicherheitsvorkehrungen.

Die Aidshilfe Vorarlberg dokumentiert solche Fälle in einem eigenen Diskriminierungsregister. In den betroffenen Einrichtungen führt die Organisation dann Aufklärungsgespräche durch, um Ängste und Irrtümer zu beseitigen. Um auch die Bevölkerung zu sensibilisieren, gibt es in den nächsten vier Wochen viele Aktionen in ganz Vorarlberg, beispielsweise Flyer-Kampagnen und öffentliche Kondomverteilungen.

Durch mehr Aufklärung soll die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Vorarlberg gesenkt werden

Während der europäischen HIV- und Hepatitis-Testwoche vom 17.-24. November bietet die Aidshilfe Vorarlberg zusätzlich zum regulären Angebot gratis HIV-Schnelltests an. Höhepunkt ist eine große Aidsgala am 22. November im Theater Kosmos.

Ziel der Aktionen ist es, die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Vorarlberg weiter zu senken. Im letzten Jahr wurden im Ländle 14 Neuinfektionen entdeckt. Insgesamt sind etwa 450 Menschen mit HIV infiziert, bei 146 Menschen ist die Immunschwächekrankheit Aids ausgebrochen. 78 Vorarlberger sind bis jetzt daran gestorben.