Pfarrer gesteht Gemeinde „intimen Kontakt“ mit Flüchtling

Besonders tragisch: Der 23-jährige Syrer hat sich das Leben genommen

Priester
Symbolbild - Fotolia

Ein tragisches Geständnis hat nun ein Pfarrer in Rheinland-Pfalz gemacht: Er hat seiner Gemeinde gestanden, intimen Kontakt mit einem syrischen Flüchtling gehabt zu haben, der sich später das Leben nahm. Das Berichtet die Bild-Zeitung. Der Priester hat seine Stelle mittlerweile aufgegeben.

In einem Gemeindebrief der Pfarrereiengemeinschaft Kirn, der am Freitag erschienen ist, gestand Pfarrer Heribert Barzen intime Kontakte mit einem 23-jährigen Syrer. Er habe sich im vorigen Jahr mit dem schwer traumatisierten Flüchtling eingelassen, der „meine Hilfe und auch den persönlichen Kontakt zu mir gesucht hat“, so der Pfarrer.

„Körperliche Intimität, die der Situation nicht angemessen war“

„Hier hat sich schließlich eine auch körperliche Intimität ergeben, die dieser Situation nicht angemessen war“, so der Pfarrer weiter. Er habe „die Distanz in seiner Rolle als Begleiter eines geflüchteten Menschen nicht gewahrt, das Vertrauensverhältnis in nicht angemessener Weise ausgenutzt.“

Anfang Dezember erstattete der Syrer Anzeige gegen Barzen. Warum genau, ist unklar: Die zuständige Staatsanwaltschaft hat das Verfahren offenbar eingestellt. Wenige Tage nach der Anzeige warf sich der 23-jährige Flüchtling vor ein fahrendes Auto. Er starb im Krankenhaus.

Der Pfarrer ist nach dem Selbstmord des Flüchtlings im Krankenhaus

Ob der Selbstmord des Syrers mit dem Pfarrer zusammenhängt oder die Folge traumatischer Kriegserlebnisse ist, steht nicht fest. Barzen ist seit dem Tod des Mannes krankgeschrieben. Er lässt sich derzeit in einer Klinik stationär behandeln. Von seiner Stelle als Pfarrer in dem Gemeindeverband ist er zurückgetreten.

Die Reaktionen in der Pfarrereiengemeinschaft sind unterschiedlich. Wie die Bild-Zeitung weiter berichtet, finden es die meisten Befragten in Ordnung, dass sich Heribert Barzen von der Gemeinde getrennt hat.