Ab Jänner: PrEP um 60 Euro auch in Österreich

Eine HIV-Infektion durch Medikamente zu verhindern wird auch in Österreich leistbar

Symbolbild: PrEP
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Auch Österreich bekommt jetzt eine leistbare Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP), die wirksam vor einer HIV-Infektion schützen kann. Wie die Red Ribbon Angels der Aids Hilfe Wien berichten, möchte die Marien-Apotheke in Wien-Mariahilf ab Jänner 2018 eine Monatsdosis für rund 60 Euro anbieten.

Rezept eines kompetenten Arztes ist für die Abgabe des Medikamentes nötig

Die Abgabe der PrEP-Medikamente erfolgt dabei gemäß den Richtlinien der Österreichischen Aids-Gesellschaft (ÖAG). Um die Medikamente zu bekommen, ist das Rezept eines kompetenten Arztes oder eines Behandlungszentrums mit HIV-Schwerpunkt nötig.

Die Marien-Apotheke legt bereits seit Jahrzehnten einen Schwerpunkt auf die HIV-Behandlung. Nun kann sie mit Unterstützung des Pharma-Herstellers Sandoz die Monatsdosis der PrEP-Medikamente in einem Pilotprojekt für rund 60 Euro anbieten.

Die PrEP-Nutzer werden gebeten, auch an einer Begleitstudie teilzunehmen

Um im Rahmen dieses Pilotprojekts nicht nur den Bedarf, sondern auch weitere Parameter erheben zu können, werden PrEP-NutzerInnen auch gebeten, an einer Begleitstudie teilzunehmen, die von Hendrik Streeck von der Universität Duisburg geleitet wird.

Damit folgt die Marien-Apotheke dem Beispiel des deutschen Apothekers Erik Tenberken aus Köln, der eine Monatsdosis an PrEP-Medikamenten um etwa 50 Euro anbietet. Dabei kauft er das Medikament eines Herstellers, das für die HIV-Therapie und auch für die PrEP zugelassen ist, zum Vorzugspreis und verpackt es neu. Dadurch entsteht rechtlich ein neues Präparat, das nur für die PrEP zugelassen ist. Für die HIV-Therapie, die von den Krankenkassen bezahlt wird, kostet das gleiche Medikament nach wie vor rund 600 Euro.

60 Euro für das Generikum statt 990 Euro für das Original-Präparat

Bislang war die günstigste Monatsdosis der PrEP-Medikamente, ein Generikum der Pharmafirma Milan, in Österreich zum Listenpreis von 318 Euro erhältlich. Von den Krankenkassen wird die PrEP, wie sämtliche Vorsorgemaßnahmen, nicht getragen. Vor der Einführung der Generika hatte eine Monatsdosis des Originalmedikament Truvada etwa 990 Euro gekostet.

Einer Umfrage der Deutschen Aids-Hilfe aus dem Jahr 2016 zufolge haben etwa die Hälfte der befragten schwulen und bisexuellen Männer Interesse, die PrEP zu nutzen.