Lebenserwartung von Menschen mit HIV ist deutlich gestiegen

Fast so hoch wie bei Nichtinfizierten - und sie können den Virus oft nicht mehr weitergeben

Seit vor mehr als 30 Jahren, am 19. März 1987, das erste Medikament zur Behandlung von HIV zugelassen wurde, hat sich viel getan. So haben Menschen mit HIV heute eine annähernd gleiche Lebenserwartung wie Menschen ohne HIV. Und wer wirkungsvoll therapiert wird und seine Medikamente täglich einnimmt, kann das Virus nicht mehr weitergeben.

Mit der Strategie 90-90-90 soll HIV bis 2020 wirksam bekämpft werden

Und der Kampf gegen Aids geht unvermindert weiter: Weltweit arbeiten unzählige Menschen daran, HIV-Infektionen wirksam zu behandeln und HIV/AIDS nachhaltig zu stoppen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat das Aids-Programm der Vereinten Nationen (UNAIDS) im Oktober 2014 eine Strategie mit dem Titel „90-90-90“ veröffentlicht.

So sollen weltweit bis zum Jahre 2020, 90 Prozent aller Menschen mit HIV von ihrer Infektion wissen. Wiederum 90 Prozent dieser Menschen sollen eine nachhaltige antiretrovirale Therapie (ART) erhalten. Davon soll sich bei 90 Prozent die Viruslast befindet sich unter der Nachweisgrenze befinden.

Wien möchte den Kampf gegen HIV schon vorher gewinnen

Mehr als 70 Städte weltweit haben seither die Pariser Deklaration unterschrieben: Sie haben sich dazu verpflichtet, bestimmte Communities zu unterstützen sowie Präventions-, Diagnose- und klinische Angebote zu fördern, um die 90-90-90-Ziele rascher zu erreichen. Neben Amsterdam, Brüssel, Berlin und Genf gehört auch Wien seit diesem Jahr zu diesen „Fast Track Cities“.

Und man ist auf einem guten Weg: In den letzten sechs Jahren ist die Anzahl der Neudiagnosen mit dem HI-Virus um 15 % von 525 in 2011 auf 447 in 2016 zurückgegangen. Insgesamt gelten etwa 8.000 Menschen in Österreich als HIV-infiziert.

„So positiv die Entwicklung in Summe ist“, so Life-Ball-Initiator und Obmann vom Verein LIFE+ Gery Keszler, „sie darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich immer noch täglich Menschen in Österreich mit HIV infizieren und dass es zudem Infizierte gibt, die nicht über ihren Status Bescheid wissen“. Um diese Menschen zu erreichen und einer Behandlung zuzuführen, hat Keszler 2017 die Kampagne „Know Your Status“ gestartet.