Japans wichtigstes Wörterbuch scheitert am Begriff „LGBT“

Ein Trans-Aktivist bemerkt einen entscheidenden Fehler bei der Definition des Begriffs

Begriff
Iwanami-Shoten-Verlag

Fettnäpfchen für das größte japanische Wörterbuch. In der aktuellsten Auflage wurde zum ersten Mal der Begriff „LGBT“ aufgenommen und auch erklärt – das allerdings falsch, wie nun die japanische Tageszeitung Ashai Shimbun in ihrer englischsprachigen Ausgabe berichtet.

Für die japanische Sprache ist das „Kojien“ das, was für Deutschsprechende der Duden ist: Das ultimativ gültige Wörterbuch. Am 12. Jänner ist es in der 7. Auflage erschienen, die erste neue seit mehr als einem Jahrzehnt. Dabei wurden auch viele Begriffe erstmals aufgenommen. Darunter auch die Abkürzung „LGBT“.

Die Wörterbuch-Redakteure scheitern am Unterschied zwischen sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität

Den Lesern wird diese Abkürzung als „Menschen, die eine andere sexuelle Orientierung als die Mehrheit“ haben. Doch damit liegt das „Kojien“ falsch, erklärt der japanische Transgender-Aktivist Mameta Endo, der den Fehler gefunden und öffentlich gemacht hat. Denn die ersten Buchstaben – L für „lesbisch“, G für „gay“ und B für „bisexuell“ bezeichnen tatsächlich sexuelle Orientierung.

Der letzte Buchstabe – T für „trans*“ bezeichnet allerdings eine Geschlechtsidentität. Und das dürften die Redakteure des Wörterbuchs übersehen haben. „Dieser Vorfall spiegelt die aktuelle Situation wider, in der LGBT-Personen nicht richtig verstanden werden, auch wenn das Wort öfter verwendet wird“, ärgert sich Endo.

Ein Sprecher des Iwanami-Shoten-Verlags, der das „Kojien“ herausgibt, hat bereits bestätigt, dass die Definition von LGBT in dem Wörterbuch nicht  korrekt ist. Man überlege, wie man mit der Situation umgehen wolle, inklusive der Möglichkeit einer Änderung des Fehlers.