Versuchter Amoklauf bei Gay-Party: 20-jähriger Rechtsextremist verurteilt

Zuletzt behauptete der Angeklagte, selbst bisexuell zu sein

Ethan Stables
Twitter

In England ist ein 20-jähriger Rechtsextremist am Montag wegen Planung eines Terroranschlags schuldig gesprochen worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Ethan Stables in seiner Heimatstadt einen Pride-Event stürmen und Gäste verletzen oder töten wollte – obwohl er selbst vor Gericht beteuerte, bisexuell zu sein. Das Strafmaß soll in den kommenden Tagen bekanntgegeben werden.

Chat-Screenshot
Facebook

In einem Facebook-Chat unter Rechtsextremen soll Stables angekündigt haben, das „New Empire Pub“ in Barrow-in-Furness, einer Stadt im Nordwesten Englands, mit einer Machete anzugreifen, während dort ein LGBT-Event stattfand. „Ich ziehe heute in den Krieg. Ich werde mit einer verdammten Machete reingehen und jeden einzelnen dieser schwulen Bastarde schlachten. Ich habe genug. Ich möchte nicht in einer schwulen Welt leben. Heute wird eine gute Nacht und der Anfang vom Ende“, schrieb er der Gruppe.

Die Polizei konnte den mutmaßlichen Täter in letzter Minute aufhalten

Das hat eine Frau, die ebenfalls Mitglied der Gruppe war, alarmiert: Sie verständigte die Polizei. Bewaffnete Polizeibeamte konnten Ethan Stables gegen 22.00 Uhr in der Nähe des Pubs festnehmen. Den Polizisten zufolge war er gerade dabei, das Lokal ein letztes Mal auszuspähen, bevor er mit Waffen wiederkommen wollte, so der Staatsanwalt.

Staatsanwalt Jonathan Sandiford zufolge habe der 20-Jährige sieben Monate lang im Internet über Waffen recherchiert – unter anderem auch, wie man Bomben oder Feuerwaffen selbst herstellen könne. Die Beamten fanden Suchanfragen wie „Wie macht man chemisches Gift“, „Ich möchte einen Amoklauf machen“ oder „Wie ist das Gefängnis für einen Mörder“. „Sein Ziel bei diesen Vorbereitungen war es, einen mörderischen Angriff auf Mitglieder dieser Minderheiten zu starten, besonders auf Schwule und Lesben“, so der Staatsanwalt.

Zuletzt erklärte der Angeklagte, selbst bisexuell zu sein

Der Anwalt des Angeklagten wies diese Darstellung zurück: Er erklärte, der 20-Jährige sei kein Rassist, sondern nur ein „Fantast“. Er habe nicht erwartet, dass jemand geglaubt hätte, was er gesagt habe. Sein Lieblingsonkel sei schwul und sein bester Freund schwarz, fügte der Verteidiger hinzu. Außerdem leide er am Asperger-Syndrom, einer Entwicklungsstörung, die soziale Interaktionen erschwert.

Zuletzt behauptete der Ethan Stables sogar, bisexuell zu sein und selbst bereits sexuelle Erfahrungen mit Männern gesammelt zu haben. Er erklärte, sich wegen seiner sexuellen Orientierung geschämt zu haben.