Ex-Weihbischof Laun vergleicht homosexuelle Paare mit Mafia und KZ

Zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare: "Es gibt nur eine katholische Antwort: Nein!"

Andreas Laun
Josef Kuss/Bischofskonferenz

Dass die römisch-katholische Kirche zaghaft auf Lesben und Schwule zugeht, scheint dem ehemaligen Salzburger Weihbischof Andreas Laun nicht zu gefallen. In einem Online-Beitrag für die konservative Webseite kath.net erklärt der ausrangierte 75-Jährige, „man kann eine homosexuelle Verbindung nicht segnen“. Eine solche Segnung setzt er mit der Segnung von Konzentrationslagern gleich.

Scharfe Kritik an den Aussagen von Erzbischof Marx

In seinem Text übt Laun Kritik an dem Münchner Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz hatte die Segnung homosexueller Paare in Einzelfällen in Erwägung gezogen. Geistliche müssten die Situation der einzelnen Menschen ernst nehmen und sie seelsorglich begleiten: „Da muss man auch ermutigen dazu, dass die Priester und Seelsorger den Menschen in den konkreten Situationen auch einen Zuspruch geben“, sagte Marx im Hinblick auf homosexuelle Paare: „Ich sehe da eigentlich keine Probleme.“

Das missfällt Laun: „Es gibt nur eine katholische Antwort: Nein! Und eure Zufügung ‚im Einzelfall‘ ist absolut wertlos, hat keine argumentative Kraft. Was hätte Johannes der Täufer gesagt, wenn Herodes, als er sich die Frau seines Bruders nahm, sich entschuldigend als ‚Einzelfall‘ bezeichnet hätte“, schreibt er Marx und auch Papst Franziskus ins Stammbuch.

Zwischen den Zeilen droht der ehemalige Weihbischof sogar dem Papst

„Weh denen, die das Böse gut und das Gute böse nennen, die die Finsternis zum Licht und das Licht zur Finsternis machen, die das Bittere süß und das Süße bitter machen“, zitiert er in seinem Artikel auch noch den Propheten Jesaja.

Marx und andere würden auf ein Glas mit sauren Gurken ein Etikett „Honig“ kleben. Das ändere aber nichts an den sauren Gurken, so Laun weiter: „Das können auch segnende Bischöfe nicht ändern. Und auch der Papst nicht, indem er eine kulturelle Revolution fordert, zumal er nicht erklärt, was er damit genau meint. Er sagt, er ‚erlaube sich‘ so zu sprechen – aber wenn man etwas wagt, kann man zwar gewinnen, aber auch abstürzen“

Man kann kein Bordell segnen, kein Konzentrationslager – und keine homosexuellen Paare, meint Laun

Man dürfe keine Verbindung segnen, die sündhaft sei, betont der 75-Jährige: „Nicht die Mafia, keinen Segen für Vereinigungen oder Einrichtungen geben, die Abtreibung fördern und durchführen oder glaubensfeindliche Ideologien verbreiten, antisemitische Inhalte und andere Formen rassenfeindlichen Denkens“, so der ehemalige Weihbischof. Und es bleibt nicht beim Vergleich schwuler und lesbischer Paare mit der Mafia.

Denn etwas zu segnen bedeute immer, dass daraus etwas Gutes werden solle. Darum könne man Laun zufolge eine Verbindung zweier homosexueller Menschen nicht segnen, sehr wohl aber Menschen, „die de facto homosexuell sind“. Das geschehe auch in jeder heiligen Messe, die von ihnen besucht werde, so Laun: „In dieser nicht auf ihr Tun bezogenen Weise empfangen den Segen auch alle anderen Sünder und die Kirche hofft dabei, dass sie sich unter dem Einfluss der Gnade Gottes bekehren werden!“

Laun betont in seinem Beitrag für kath.net weiter, dass man den Segen Gottes für Sünder, aber nicht für die Sünde erbitten könnte. „Also könnte man kein Bordell einweihen, kein KZ oder Waffen segnen, die nicht ausschließlich zur Jagd oder zur legitimen Verteidigung bestimmt sind.“

Immer wieder poltert der 75-Jährige gegen sexuelle Minderheiten

Es ist nicht das erste Mal, dass sexuelle Minderheiten zur Zielscheibe des Geistlichen werden. So schrieb er letztes Jahr in einem „Hirtenbrief“, ebenfalls auf kath.net, von „irgendwie gestörten Männern und Frauen, die anatomisch eine kleine Missbildung haben oder eine sexuelle Anziehung zum eigenen Geschlecht verspüren“. Eine Anzeige von drei SPD-Politikern wegen Verhetzung verlief im Sand.

Im Herbst 2017 nahm Papst Franziskus exakt an Launs 75. Geburtstag das traditionelle Rücktrittsgesuch des Salzburger Weihbischofs an.