Billy Graham, bekanntester Prediger der USA, ist tot

Das "Maschinengewehr Gottes" verbreitete Hass-Botschaften gegenüber Lesben und Schwulen

Billy Graham
BGEA

Billy Graham, einer der einflussreichsten Prediger des 20. Jahrhunderts, ist tot. Der US-Amerikaner starb heute im Alter von 99 Jahren, berichten Medien unter Berufung auf Grahams Familie. Er galt als einer der erbittertsten Gegner von LGBT-Rechten, sein Spitzname war „Maschinengewehr Gottes“.

Er war der spirituelle Berater zahlreicher US-Präsidenten

Er war mehr als sechzig Jahre lang als Prediger tätig, auch in großen Stadien. Schätzungen zufolge haben 210 Millionen Menschen Veranstaltungen besucht, auf denen er persönlich gepredigt hat. Er ging 2005 in den Ruhestand. Über Jahre war er schwer krank.

Graham war auch einer der ersten Prediger, die großen politischen Einfluss hatten. Zahlreiche Präsidenten, von Lyndon B. Johnson bis Barack Obama suchten seine Nähe. Sein Sohn Franklin ist ein Vertrauter des jetzigen Präsidenten Donald Trump. Die Trennung von Kirche und Staat bezeichnete er als gottlose Fortsetzung des Kommunismus nach dem Kalten Krieg.

Homosexualität war für Graham eine „Unheil bringende Form der Perversion“

Er hatte sich auch wiederholt gegen LGBT-Rechte ausgesprochen. So hat er die Einwohner seines Heimat-Bundesstaates North Carolina aufgefordert, für einen Verfassungszusatz zu stimmen, der gleichgeschlechtliche Eheschließungen verboten hätte. Die Gegner der Ehe-Öffnung gewannen diese Abstimmung mit einem bequemen Vorsprung.

Seine Follower in Sozialen Netzen hat er unter anderem aufgefordert, Firmen zu boykottieren, die mit schwulen oder lesbischen Paaren werben. Homosexualität sei „eine Unheil bringende Form der Perversion“, die den Zerfall der Zivilisation vorantreibe, predigte Graham einmal. Er war davon überzeugt, dass „jeder Mensch, der es wirklich will, durch die Kraft von Jesus Christus von Homosexualität befreit werden kann.“

Als ihn eine lesbische Frau um Rat fragte, empfahl er ihr „dieser heimtückischen Versuchung“ zu widerstehen

Als eine lesbische Frau Billy Graham im Jahr 1974 um Rat fragte, erklärte er ihr, dass homosexuelle Perverse mit ihrem „gottlosen Geist des Selbstgenusses“ nicht ins Königreich Gottes eintreten werden: „Der Umgang mit Homosexualität gefährdet unser geistliches Wohlergehen.“ Die Frau solle „dieser heimtückischen Versuchung“ widerstehen und in Jesus‘ Arme flüchten, so der einflussreiche Prediger.

Auf seiner Webseite ist auch heute noch zu lesen, dass Homosexualität böse sein – auch, wenn es dafür genetische Gründe geben könnte. Denn: „in einer zerstörten Welt würde die Entdeckung einer genetischen Verbindung nicht beweisen, dass ein solcher Zustand die Absicht Gottes sei.“ Auch biologische Ursachen würden „Gottes Ablehnung für dieses Verhalten nicht ändern“.