Adam Rippon: Coming Out war das beste Erlebnis seines Lebens

Offene Worte des Olympia-Eiskunstläufers bei einer Preisverleihung in Los Angeles

Adam Rippon
Adam Rippon/Instagram

Adam Rippon, offen schwuler Eiskunstläufer und Gewinner einer Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen von Pyeongchang, begeistert Hollywood: In Los Angeles wurde er jetzt mit dem „Visibility Award“ der LGBT-Organisation Human Rights Campaign ausgezeichnet.

„Als ich jemandem gesagt habe, dass ich schwul bin, habe ich mich wie neugeboren gefühlt“

Überreicht wurde ihm der Preis von Freestyle-Skifahrer Gus Kenworthy, mit dem er sich in Pyoengchang auch angefreundet hatte. „Der heute Geehrte ist unglaublich“, kündigte er Rippon an: „Er ist eine Inspiration für mich, und in den letzten paar Monaten hat sein Eiskunstlauf die Welt für sich gewonnen. Und er hat geholfen, jungen Menschen die Perspektive zu geben, dass es der beste Weg zu leben ist, man selbst zu sein.“

In seiner Dankesrede erinnerte sich Adam Rippon in bewegenden Worten an sein Coming Out. „Ich kann mich daran erinnern, wie ich das erste Mal jemandem verraten habe, dass ich schwul bin, und ich konnte diese gewaltige Last spüren, die von meinen Schultern fiel“, so der 28-Jährige: „Ich habe mich wie neugeboren gefühlt. Ich erzähle gerne über mein Coming Out, weil sich zu outen das befreiendste Erlebnis meines Lebens war.“

„Ich hoffe, dass jeder seine eigene Coming-Out-Erfahrung hat“

Und Rippon ergänzte: „Ich hoffe, dass jeder, unabhängig von seiner sexuellen Orientierung seine Coming-Out-Erfahrung hat. Wenn man mit der Welt teilen kann, wer man wirklich ist, kann man große Kraft daraus schöpfen.“ Doch das war nicht immer so: „Als ich klein war, war es mir wichtig, was andere von mir dachten. Ich habe darauf geachtet, wie ich mich angezogen habe, auf mein Verhalten und wie ich geredet habe. Ich hatte Angst, dass die Leute glauben könnten, ich wäre schwach“, erinnerte sich der Eiskunstläufer.

Er hatte auch Angst, in der LGBT-Community nicht angenommen zu werden, erinnert sich der 28-Jährige: „Weil jemand wie ich nicht das Vorbild wäre, das sie gerne hätten. Vielleicht war ich zu schwul und vielleicht war ich zu sehr ich.“