Modeschöpfer Hubert de Givenchy ist tot

Der Lebensgefährte des 91-Jährigen bestätigte das Ableben des Modeschöpfers

Hubert De Givenchy
Paris Premiere

Der französische Modeschöpfer Hubert de Givenchy ist tot. Er ist im Alter von 91 Jahren gestorben, bestätigt sein langjähriger Lebensgefährte, der Designer Philippe Venet. Er sei bereits am Samstag entschlafen, so der Designer Philippe Venet in einer Mitteilung: „Seine Neffen und Nichten und deren Kinder teilen den Schmerz.“

Bereits mit zehn Jahren war für Hubert de Givenchy klar, dass er in die Modebranche will

Givenchy prägte über Jahrzehnte die französische Modeszene. Bereits im Alter von zehn Jahren, nach dem Besuch der Pariser Weltausstellung 1937, war für de Givenchy klar, dass er „irgendwas mit Mode“ machen wollte. Nach seinem Jus-Studium schrieb er sich an der École des Beaux-Arts in Paris ein.

Zunächst arbeitete er für andere Designer wie Jaques Fath, Christian Dior oder Elsa Schiaparelli. Im Jahr 1952 eröffnete er sein erstes eigenes Atelier, aus dem der internationale Mode- und Kosmetikkonzern Givenchy entstand.

Mit seinen Kreationen für Audrey Hapburn und Jackie Kennedy schrieb Givenchy Geschichte

Besonders seine Entwürfe für Audrey Hapburn und Jackie Kennedy setzten weltweit Trends. Hepburn, mit der Hubert de Givenchy eng befreundet war, stattete er 40 Jahre lang sowohl privat als auch in ihren Filmen aus. Das Givenchy-Kleid, das Hepburn im Film „Frühstück bei Tiffany“ getragen hat, wurde 2006 für 692.000 Euro ersteigert. Es gilt damit als teuerste Textilie der Filmgeschichte.

Jackie Kennedy ließ sich unter anderem das Trauerkleid, das sie zur Beerdigung von John F. Kennedy trug, von de Givenchy anfertigen. Sein Stil zeichnete sich vor allem durch klare sachliche Linien aus. Er zählt deshalb auch zu einem der Miterfinder des klassischen „kleinen Schwarzen“.

Im Jahr 1995 präsentierte Hubert de Givenchy seine letzte Modenschau

Im Jahr 1988 verkaufte Givenchy sein Unternehmen an den Luxusmarken-Konzern LVMH, blieb aber vorerst noch Künstlerischer Direktor des von ihm gegründeten Labels. Im Jahr 1995 präsentierte er seine letzte Modenschau. Ihm folgten bunter anderen die beiden exzentrischen Briten John Galliano und Alexander McQueen.

De Givenchy lebte auf Château du Jonchet, seinem Landsitz aus dem 17. Jahrhundert- Er lag etwa 150 km südwestlich von Paris, de Givenchy hatte ihn 1975 erworben. Er besaß außerdem ein Stadthaus in der Pariser Rue de Grenelle und eine Villa auf dem Cap Ferrat. Er besaß auch eine umfangreiche Kunstsammlung. Von einem Teil seiner Schätze trennte er sich im Vorjahr. 22 Werke der Brüder Giacometti wurden bei Christie’s in Paris versteigert.