Ricky Martín kritisiert Homophobie bei US-Polizei

Nachlässigkeit vor dem Mord an Gianni Versace wäre auch heute möglich

Ricky Martin
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Kritik an den Behörden seiner Wahlheimat USA übt der puerto-ricanische Popstar Ricky Martín. Er glaube, dass der Hass auf Schwule nach wie vor verbreitet sei, sagt er in einem Interview mit der deutschen Ausgabe des Playboy.

Martín war gerade für die neunteilige Serie „The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story“ als Antonio D’Amico, der Partner des ermordeten Modeschöpfers, zu sehen. Und der 46-Jährige glaubt, dass es auch heute noch bei den Behörden eine ähnliche Einstellung gebe wie zur Zeit des Mordes an Versace im Jahr 1997.

Die Einstellung der Polizei vor dem Mord an Gianni Versace sei auch heute noch aktuell

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Entertainment Weekly/Alexei Hayg der

„Die Polizei und das FBI wussten, dass der Serienmörder Andrew Cunanan in Miami war und versuchte, Kontakt zu Gianni aufzunehmen, von dem er besessen war. Dennoch nahm man ihn nicht fest und dachte: ‚Was ist so schlimm, wenn er ein paar Schwule umbringt?‘ Diese Einstellung klingt erschreckend aktuell. Sie könnte auch aus diesem Jahr stammen“, so Ricky Martín im Playboy.

Tatsächlich verzeichnete die US-amerikanische Bundespolizei FBI im Jahr 2016 insgesamt 1076 kriminelle Vorfälle aufgrund der sexuellen Orientierung oder der Geschlechtsidentität – eine Zahl, die in den letzten Jahren beunruhigend stabil geblieben ist. Daten für 2017 liegen noch nicht vor.

Der Popsänger hat sich im Jahr 2010 als schwul geoutet. „Mich 2010 zu outen war das Beste, was mir je passiert ist“, betont Ricky Martín heute gegenüber dem Playboy. Seit dem vergangenen Jahr ist Ricky Martín mit dem zwölf Jahre jüngeren schwedisch-syrischen Künstler Jwan Yosef glücklich verheiratet. Zusammen ziehen sie Martins neunjährige Zwillinge Matteo und Valentino auf.