Zwei Burschen vergewaltigt: Berliner vor Gericht

Wiederholungstäter? Gericht zieht Sicherungsverwahrung in Betracht

Justitia
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In Berlin wird heute der Prozess gegen einen 34-Jährigen fortgesetzt, dem vorgeworfen wird, letztes Jahr zwei junge Männer in der Öffentlichkeit vergewaltigt zu haben. Nachdem er seinem letzten Opfer gesagt hatte, dass er weitere Taten begehen wolle, hat die Polizei mit einer Öffentlichkeitsfahndung nach Matthias Sch. gesucht – und ihn so letzten Oktober auch gefasst. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Die Opfer hatten keine Chance gegen den körperlich überlegenen Mann

Die beiden jungen Männer wurden in Hohenschönhausen im Osten Berlins nach Einbruch der Dunkelheit überfallen, mit einem Messer bedroht und missbraucht. Bei den Opfern handelt es sich Berliner Medien zufolge um einen 18-jährigen Schüler, der im Juni vom Angeklagten zunächst in den Würgegriff genommen und dann in ein Gebüsch gezerrt worden sein soll, wo er vor ihm niederknien musste. Das zweite Opfer ist ein 20-Jähriger, der sich zunächst noch mit einem Biss in den Arm des Mannes wehren konnte, dann aber nach einem Würgegriff keine Chance hatte.

„Er führte sie an einen abgelegenen Ort, machte sie wehrlos und vergewaltigte beide Männer anschließend“, so die Polizei. Gefasst wurde Matthias Sch., der keinen festen Wohnsitz hat, schließlich in einer Bibliothek. „Beide Tatvorwürfe treffen zu“, ließ Matthias Sch. über seinen Verteidiger erklären: „Ich kann selbst nicht in Worte fassen, wie sehr ich es bereue.“ Er wolle mit seinem Geständnis den beiden Opfern eine quälende Befragung zu Details der Tat ersparen.

Bereits 2008 soll der 34-Jährige ein ähnliches Verbrechen begangen haben

Nach Informationen der Bild-Zeitung ist es nicht das erste Sexualdelikt, das Matthias Sch. vorgeworfen wird. Im Jahr 2008 wurde er bereits zu fünfeinhalb Jahren Haft wegen sexueller Nötigung verurteilt. Das damalige Tatmuster weist dabei Parallelen zu den aktuell verhandelten Verbrechen auf: Er hatte zwei junge Männer im Alter von 15 und 20 Jahren auf der Straße mit Messern überfallen, mit Klebeband gefesselt und begrapscht.

Weil dem 34-Jährigen damals ein hohes Rückfallrisiko attestiert wurde, hat Matthias Sch. nach Informationen der Bild nach seiner Haftentlassung 2013 unter unbefristeter Führungsaufsicht gestanden. Offenbar ohne Erfolg – nun steht auch eine Sicherheitsverwahrung des gelernten Werkzeugmachers im Raum.