Rio de Janeiro: Junger LGBT-Aktivist wurde ermordet und angezündet

Sorge in der Community der brasilianischen Millionenmetropole

Matheus Passarelli
privat

In der brasilianischen Millionenmetropole Rio de Janeiro ist die verbrannte Leiche des 21-jährigen Matheus Passarelli ermordet aufgefunden worden. Das berichten lokale Medien.

Der Student und LGBTI-Aktivist hatte eine nicht-binäre Geschlechtsidentität. Das heißt, er verstand sich weder als Mann noch als Frau, seine Freunde nannten ihn Matheusa. Passarelli studierte audiovisuelle Kunst an der Universidade Estadual do Rio de Janeiro und engagierte sich in der LGBTI-Community.

Nach einer Geburtstagsfeier ist Passarelli verschwunden

Zuletzt wurde Passarelli am Sonntag, dem 29. April, in den Morgenstunden nach einer Geburtstagsfeier in der Favela Encantado im Norden der Millionenstadt gesehen.Danach verlor sich die Spr. Vier Tage nach dem Verschwinden suchte auch die Polizei mit einem Poster nach Passarelli – doch ohne Erfolg.

Wenige Tage später wurde die verkohlte Leiche von Passarelli gefunden. Die Beamten gehen mittler weile davon aus, dass er noch am Tag seines Verschwindens gegen 14.30 Uhr ermordet und seine Leiche anschließend von Kriminellen angezündet wurde. Die Polizei vermutet Drogen- oder Memschenhändler hinter der Tat, doch Spuren gibt es noch keine. Täter und Motiv für das Gewaltverbrechen sind unbekannt.

Mord aus Homo- und Transphobie?

Für Freunde und die Familie ist klar: Passarelli wurde aus Homo- und Transphobie „hingerichtet“ – das schreibt auch sein Bruder in einem Sozialen Netzwerk. Diese sind in Brasilien weit verbreitet, immer wieder werden besonders Trans-Personen zum Opfer von Gewalttaten.

Und auch sonst ist die Community in Rio de Jenaeiro derzeit in Sorge: Erst vor zwei Monaten wurde die offen lesbische Gemeindepolitikerin und LGBT-Aktivistin Marielle Franco bei einem Anschlag kaltblütig ermordet. Spuren führen die ermittelnden Beamten dabei in die Lokalpolitik von Rio.

Die Ermittlungen zum Mord an Franco und die Ermordung von Passarelli lösen in Rio de Janeiro erneut eine Debatte über Menschenrechte und Gewalt gegen Mitglieder der LGTBI-Community aus.