Mit 75 Jahren: Alice Schwarzer heiratet ihre Partnerin

Bis jetzt war ihre Beziehung zur Fotografin Bettina Flitner öffentlich nicht bekannt

Alice Schwarzer und Bettina Flitner
Alice Schwarzer/privat

Die deutsche Feministin Alice Schwarzer hat ihre Lebensgefährtin, die Fotografin Bettina Flitner geheiratet. Damit heiratet eine der bekanntesten Publizistinnen des deutschsprachigen Raums im Alter von 75 Jahren zum ersten Mal. Bis jetzt war nicht einmal bekannt, dass die beiden Frauen ein Paar sind.

Über ein kurzes offiziellen Statement bestätigt Schwarzer die Hochzeit

„Meine langjährige Lebensgefährtin, die Fotografin Bettina Flitner, und ich haben am 2. Juni 2018 geheiratet“, gab Schwarzer nun über ihre Webseite offiziell bekannt. Darüber hinaus will die Publizistin keine weiteren Details bekanntgeben, betonte eine Sprecherin in Köln: Schwarzer bitte, ihre Privatsphäre zu respektieren.

Bisher war nicht öffentlich bekannt, dass die beiden ein Paar sind oder wie lange die beiden zusammen sind. Doch Schwarzer und die fast 20 Jahre jüngere Flitner arbeiten schon seit Langem zusammen. So haben sie gemeinsam bereits drei Bücher veröffentlicht: „Reisen in Burma“, „Frauen mit Visionen – 48 Europäerinnen“ und „Meine algerische Familie“. Schwarzer lieferte dabei die Texte, Flitner die Bilder.

Schwarzer und Flitner: Ein lesbisches Power-Paar, das sich ergänzt

Alice Schwarzer ist unter anderem Gründerin und Herausgeberin der seit 1977 erscheinenden Frauenzeitschrift Emma und eine der bekanntesten Vertreterinnen der deutschen Frauenbewegung. Sie verbrachte viele Jahre in Paris, wo sie sich unter anderem mit Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre anfreundete. Sie studierte auch unter anderem bei Michel Foucault Psychologie und Soziologie.

Bettina Flitner ist eine international anerkannte Fotografin. Ihre Arbeiten sind zwischen dokumentarischem Journalismus und inszenierter Fiktion angesiedelt. Kontroversen löste ihre Arbeit „Ich bin stolz, ein Rechter zu sein“ über rechtsradikale Jugendliche aus. Auf der Art Cologne 2001 inszenierte sie diese Arbeit als Rauminstallation und wurde dafür ausgezeichnet. „Aus den Bildern spricht genau das, was Hannah Arendt vor Jahrzehnten die ‚Banalität des Bösen‘ nannte“, so die Begründung der Jury.