Achtjährigen misshandelt, weil er ihn für schwul hielt: Todesstrafe für Ziehvater

Acht Monate lang quälte der 37-Jährige den Buben - als die Sanitäter kamen, war er bereits hirntot

Gabriel Fernandez
privat

In Kalifornien ist ein Mann, der seinen acht Jahre alten Ziehsohn zu Tode gequält haben soll, zum Tode verurteilt worden. Grund für die Misshandlungen: Der 37-Jährige dachte, dass der Bub schwul gewesen sei. Die Mutter des Achtjährigen wurde als Mitschuldige zu lebenslanger Haft verurteilt.

Für den Richter waren es die schlimmsten Misshandlungen, die er je gesehen hatte

Der Richter folgte damit der Empfehlung von Geschworenen, die wegen der grausamen Tatumstände die Höchststrafe für den Täter gefordert hatten. Sie hatten den Mann bereits im November schuldig gesprochen, den Buben monatelang gequält zu haben. Richter George Lomeli sagte der Los Angeles Times nach dem Prozess, die Misshandlungen von Gabriel seien die schlimmsten gesehen, die er in seiner langen Amtszeit gesehen habe.

Als Sanitäter den acht Jahre alten Gabriel Fernandez im Mai 2013 fanden, war er bereits hirntot und hatte schwerste Verletzungen: Sein Schädel und seine Rippen waren gebrochen, Zähne ausgeschlagen und er hatte Verbrennungen auf der Haut. Er starb zwei Tage später im Krankenhaus. Auch war er schwer unterernährt: Bei einer Größe von 1,25 Metern wog er nur mehr 26 Kilogramm.

Er musste gefesselt in einem Kasten schlafen, Mädchenkleidung tragen und Katzenkot essen

Der Staatsanwaltschaft zufolge musste der Bub gefesselt und geknebelt in einem Kasten schlafen, wurde mit Pfefferspray gequält und war gezwungen worden, Katzenkot oder sein eigenes Erbrochenes zu essen. Insgesamt soll der Angeklagte den Buben acht Monate lang gequält haben. Von Schüssen einer Luftpistole waren in seiner Leistengegend mehrere Kügelchen eingegraben.

Die Sanitäter bemerkten zudem Würgemale am Hals des Kindes. Bevor Gabriel in die Schule ging, musste er Mädchenkleidung tragen, weil der Vater dachte, dass der Achtjährige schwul sei. „Ohne Frage war dieses Verhalten schrecklich und inhuman und nichts weniger als bösartig“, so Richter Lomeli: „Das geht noch über tierisches Verhalten hinaus, weil Tiere wissen, wie man sich um ihre Jungen kümmert.“

Die Mutter, die das alles zugelassen hatte, muss für den Rest ihres Lebens ins Gefängnis

Die Verteidiger der Mutter erklärten, sie habe dem Martyrium ihres eigenen Sohnes deshalb keinen Einhalt geboten, weil sie als Kind von ihren Eltern ebenfalls schwer misshandelt wurde. Sie zeigte vor Gericht Reue – doch das beeindruckte den Richter nicht: Sie wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe ohne Aussicht auf Bewährung verurteilt.

Der 37-jährige Ziehvater von Gabriel sitzt nun in der Todeszelle. Bis zu seiner Hinrichtung kann es noch Jahre dauern. Derzeit warten in dem US-Bundesstaat 700 Häftlinge auf den Vollzug ihrer Todesstrafe. Weil es Probleme mit den Giftspritzen gibt, wurde dort seit mehreren Jahren niemand mehr hingerichtet. Bei einer Volksabstimmung vor zwei Jahren lehnten mehr als 53 Prozent der Kalifornier die Abschaffung der Todesstrafe ab.