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Homosexualität für russische Gesundheits-Ministerin Krankheit

'Kann mit Anstrengungen überwunden werden'

Veronika Skworzowa - Quelle: APEC

Veronika Skworzowa - Quelle: APEC
12.07.2012 | 16:28 | von Chris Karnak

Für die russische Gesundheitsministerin Veronika Skworzowa ist Homosexualität „zum Teil eine Krankheit“. Das berichtet das deutsche News-Portal „queer.de“.

Skworzowa ist zwar erst seit 21. Mai im Amt - doch sie weiß offenbar genau, wie man sich bei der russischen Bevölkerung beliebt macht. In einem Radiointerview mit „Echo Moskvy“ erklärt sie, schwule und lesbische Verhaltensweisen seien „schädliche vermittelte Gewohnheiten“.

Manchmal handle es sich bei Homosexualität auch um eine „Abhängigkeit wie Rauchen oder Drogen“, so Skworzowa, die vor ihrer Politkarriere Professorin für Neurologie an der staatlichen Universität in Moskau war: „Es ist eine Abhängigkeit, die psychologisch widerstandfähig wird, und um sie zu überwinden, braucht man sehr große Anstrengungen“, erklärt die Gesundheitsministerin.

Selbstverständlich sollen Lesben und Schwule nicht diskriminiert werden, betont die Politikerin. Allerdings findet sie, „unsere Aufgabe ist es, die Kinder, die jüngere Generation richtig zu erziehen und vor den pathologischen Repräsentanten des Homosexualismus zu schützen. Um den Menschen die Möglichkeit zu geben, sich richtig in ihrem Wesen zu formieren“.

Für russische Politiker ist Hetze gegen Lesben und Schwule ein beliebtes Mittel, um sich die Gunst der russisch-orthodoxen Kirche zu sichern und in der Bevölkerung Pluspunkte gegen „westliche Einflüsse“ zu sammeln. Bereits im Jahr 2007 hatte Präsident Wladimir Putin Homosexuelle als Teil eines „demografischen Problems“ bezeichnet.

Im April dieses Jahres hatte der stellvertretende russische Außenminister Sergej Rjabkow den Schutz von Lesben- und Schwulenrechten in einer gemeinsamen Erklärung der G-8 abgelehnt, weil er es für unpassend fand, „wenn unter dem Vorwand des Schutzes von sogenannten sexuellen Minderheiten, eigentlich eine aggressive Propaganda steckt und der Versuch, bestimmte Verhaltensweisen durchzusetzen, die einen wesentlichen Teil der Gesellschaft beleidigen könnten“.

Die Bevölkerung weiß die russische Politik bei solchen Aussagen hinter sich: Einer Umfrage aus dem Jahr 2008 zufolge ist für 84 Prozent der Russen Homosexualität moralisch verwerflich. Mit Vielehe hätten hingegen nur 74 Prozent ein Problem.