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Marokko: 18 Monate Haft für zwei schwule Männer

Erneut Haftstrafen für Homosexualität

Flagge von Marokko - 123rf/eugenesergeev

Flagge von Marokko - 123rf/eugenesergeev
04.02.2016 | 16:38 | von Chris Karnak

In Marokko sind wieder zwei Männer zu Haftstrafen verurteilt worden, weil sie schwul sind: Hamza M. und Osman A. wurden lokalen Medienberichten zufolge wegen homosexueller Handlungen am Montag jeweils zu einer 18-monatigen Haftstrafe und einer Geldstrafe in der Höhe von 2.000 Dirham, etwa 190 Euro, verurteilt. Das erstinstanzliche Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Im Prozess hat einer den Vorwurf, homosexuell zu sein, zurückgewiesen. Der andere legte ein „Geständnis“ ab. Der Vorfall ereignete sich in Tiznit im Süden Marokkos. Die beiden Männer wurden in der vergangenen Woche von der Polizei festgenommen. Bei der Verhaftung sollen sich die beiden Männer gewehrt haben, indem sie die Beamten mit einem Messer bedrohten.

Homosexualität gilt im marokkanischen Strafgesetz als „unnatürliche Handlung mit Mitgliedern des gleichen Geschlechts“ und kann gemäß Paragraf 489 mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden. Angewandt wird das Gesetz verhältnismäßig selten, gerade in Tourismusgebieten wie Marrakesch, Agadir oder Tanger wird Homosexualität größtenteils toleriert.

Ein Freibrief für schwulen Sex ist das aber nicht: Mitte Jänner sollen zwei Studenten verhaftet worden sein, weil in sozialen Netzwerken ein Video aufgetaucht ist, auf dem sich die beiden jungen Männer küssen. Im Jahr 2014 sorgte die Verhaftung eines schwulen Engländers für diplomatische Verstimmungen zwischen Marokko und dem Vereinigten Königreich. Und letztes Jahr landete ein kanadischer Tourist nach schwulem Sex in einem Gefängnis des nordafrikanischen Königreichs.