Facebook Google Plus Twitter RSS Feed

Weltblutspendetag: Schwule weiter unerwünscht

"Drei von vier Spenden mit HIV in OÖ von schwulen Männern"

Blutkonserve - Quelle: DRK

14.06.2011 | 14:43 |

Heute ist Weltblutspendetag. Damit soll international auf die Wichtigkeit der Blutspende aufmerksam gemacht werden. Bei Blutspenden liegt Österreich im Spitzenfeld: Zwei von drei Österreichern haben schon einmal Blut gespendet. Doch nicht jeder, der mit seinem Blut Leben retten möchte, darf dies auch.

So sind schwule Männer nach wie vor vom Blutspenden ausgeschlossen. Die Blutspendezentrale des Roten Kreuzes begründet dies damit, dass bei "schwulem" Blut die Gefahr einer Infektion mit HIV oder Hepatitis zu groß sei. Lesben- und Schwulenorganisationen wehren sich gegen diese Ungleichbehandlung. "Das ist eine rein ideologische Diskriminierung, die hier vom Roten Kreuz gegenüber Schwulen und Lesben gemacht wird", ärgert sich Gernot Wartner, Vereinssprecher der HOSI Linz.

Gegen diese Vorwürfe wehrt sich Christian Gabriel, ärztlicher Leiter der Blutspendezentrale Linz des Roten Kreuzes. Denn lesbische Frauen gelten nicht als Risikogruppe, sie dürfen Blut spenden. Und bis vor zwei Jahren durften in Oberösterreich auch schwule Männer, die in einer Partnerschaft lebten, Blut spenden. "Aber die Erfahrung hat gezeigt, dass ein höheres Risiko aufgetreten ist. Wir sind dann letztendlich wiederrum auf die ursprüngliche Aussage, dass wir Menschen mit einem erhöhten HIV-Risiko nicht zulassen dürfen, zurückgegangen", so Gabriel gegenüber dem ORF Oberösterreich.

Denn während dieser Zeit seien etwa vier HIV-positive Blutproben pro Jahr entdeckt worden - drei davon von schwulen Spendern, so Gabriel weiter. Deshalb habe die Linzer Blutspendezentrale diese Lockerungen wieder aufgehoben.