Home News Politik Gleichgeschlechtliche Pflegeeltern: Schlammschlacht im Wiener Landtag

Gleichgeschlechtliche Pflegeeltern: Schlammschlacht im Wiener Landtag

Unwissenheit und Panikmache, bis hin ins peinlich-amüsante, prägten die Debatte

Abgeblitzt sind ÖVP und FPÖ mit ähnlichen Anträgen, die die Unterbringung von Patenkindern bei gleichgeschlechtlichen Paaren prinzipiell verbieten sollte.

Die bisher wenig in Erscheinung getrenene VP-Gemeinderätin Ines Anger-Koch verteidigte den Antrag ihrer Partei. Man muß bedenken, dass das „Griechische und Römische Reich, wo Sodom und Gomorra dann immer mehr wurden, zu Grunde gegangen sind“. Schwulenfeindlich sei sie nicht: „Viele meiner Freunde sind ja auch homosexuell.“

Der Wiener ÖVP-Chef Johannes Hahn, der sich für eingetragene Partnerschaften gleichgeschlechtlicher Paare eingesetzt hat, probierte zurückzurudern: Eigentlich wolle die ÖVP nur verhindern, dass über die Hintertür der Pflegeeltern die Adoption für gleichgeschlechtliche Paare eingeführt wird – er sei aber dafür, dass Pflegekinder in familienähnlichen Strukturen aufwachsen, egal wie diese aussehen.

Schärfer die Wortmeldungen der Freiheitlichen: „Ich liebe meine Großmutter auch sehr – vielleicht kann ich sie dann heiraten“, ätzte der Freiheitliche Johann Gudenus, dessen Vater wegen Wiederbetätigung vor dem Richter stand. Eingetragene Partnerschaften seien der erste falsche Schritt, es sollten nur heterosexuelle Lebensweisen propagiert werden.

Erschüttert durch die Debatte war Vizebürgermeisterin Grete Laska von der SPÖ: „Ich hätte nach 22 Jahren in diesem Haus nicht gedacht, dass es möglich wäre, hier eine solche Diskussion zu erleben.“ Und der Grüne Gemeinderat Marco Schreuder warf der FPÖ vor, keine Ahnung von schwulen und lesbischen Beziehungen zu haben. Für Kinder, die in solchen Beziehungen leben, sind Geborgenheit und Liebe die wichtigsten Werte, so Schreuder.

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