„Lasst euch von Gott heilen“

Der Vorsitzende des Minderheitenausschusses im lettischen Parlament und seine Theorien über Lesben, Schwule und deren Rechte

Janis Šmits, der neue Vorsitzende des Minderheiten- und Menschenrechtsausschusses im lettischen Parlament, sorgt mit einem Interview in der Zeitung „Neatkariga“ erstmals für den erwarteten Ärger.

Der militant anti-schwule Priester und Politiker rief die lettischen Lesben und Schwulen auf, „von der Sünde zurückzukehren“ und „Heilung von Gott zu erbitten“. Gleichzeitig betonte er, Lesben und Schwule haben die gleichen Rechten und Pflichten wie alle anderen Bürger.

Ausschreitungen bei schwulen Veranstaltungen und Paraden lassen sich laut Šmits nur verhindern, wenn diese Veranstaltungen nicht stattfinden. „Diese Leute“, so der christlich-populistische Politiker, sollen ihre Neigungen hinter verschlossenen Türen halten. Dabei lobte er Luxemburg und Israel, wo seiner Meinung nach noch nie öffentliche Veranstaltungen von Lesben und Schwulen stattgefunden haben.

Die Wahl von Šmits zum zum Vorsitzenden des parlamentarischen Menschenrechts-Ausschusses vor rund zwei Wochen war von mehreren Organisationen und dem Generalsekretär des Europarats, Terry Davis, kritisiert worden. Vor rund einem Jahr hat Lettland ein Verfassungsgesetz verabschiedet, nach dem eine mögliche Einführung einer gleichgeschlechtlichen Ehe wie in anderen europäischen Staaten ausgeschlossen ist.