Papst tobt gegen Homo-Ehe in Italien

„Ich kann nicht meine Sorge über die Gesetze für unverheiratete Paare verbergen“, so der Papst in der Botschaft. Gemeint ist damit die Debatte über die Legalisierung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, die derzeit in Italien geführt wird.

„Theorien, nach denen der Mensch frei sein sollte zu entscheiden, was er ist und was nicht ist, führen dazu, dass die Menschheit ihre eigene Identität zerstört“, so Benedikt. Wenn das Zusammenleben von Paaren legalisiert wird, ist das für den Heiligen Vater ein Angriff auf die Ehe, der mit mehr Engagement abgewehrt werden müsse.

Mit seiner Kritik an der Homo-Ehe hat der Papst den Zorn zehntausender Italiener auf sich gezogen. Im ganzen Land gab es schon Demonstrationen für die Legalisierung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften und gegen die Haltung des Vatikan. „Wir dachten, die Kirche hätte aufgehört, sich in die italienische Politik einzumischen“, so der Literatur-Nobelpreisträger Dario Fo damals. „Stattdessen gibt es eine entsetzliche Kehrtwende. Das sind schlimme Zeichen für die Meinungsfreiheit.“?Vor einigen Tagen hat Ministerpräsident Romano Prodi Pläne, die unverheirateten hetero- und homosexuellen Paaren mehr Rechte geben sollen, als „Schritt nach vorn“ gelobt. Laut Gleichstellungsministerin Barbara Pollastrini soll ein entsprechender Gesetzesentwurf bis Ende Jänner fertig sein.