Tolar tobt: „Wir können die SoHo eigentlich zusperren“

Kein Blatt hat sich Günter Tolar, Chef der sozialdemokratischen Schwulen- und Lesbenorganisation SoHo, in der gestrigen Partei-Vorstandssitzung vor den Mund genommen: „Mehr als eine ÖVP-Position soll es also unter Kanzler Gusenbauer tatsächlich nicht für uns geben? Dafür sind wir im Wahlkampf wie die Blöden gerannt? Nicht einmal eine Gleichstellungsklausel für hetero- und homosexuelle Lebensgemeinschaften soll drinnen gewesen sein?“, zürnt er. Die SoHo könne nach diesem Verhandlungsergebnis eigentlich zusperren – die mühsam aufgebaute Klientel werde jetzt wieder zu den Grünen wandern, warnt Tolar die Genossen. Und er ergänzt: “ Wir haben gegenüber der vorigen Regierung einen neuen Gegner dazu bekommen: Die eigene Partei.“

Trotz allem gibt er sich kämpferisch: „Wir sind Sozialdemokraten, auch wenn es uns die derzeitige Führung schwer macht. Wir haben das Justizministerium, das von uns schon jetzt aufgefordert wird, uns Gerechtigkeit zu verschaffen. Und wir haben (…) den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, der nun auch die SPÖ-geführte Regierung zur Einhaltung von Menschenrechten verurteilen wird.“, zeigt Tolar, dass mit der von vielen Genossen nicht besonders geschätzten Organisation auch in Zukunft zu rechnen sein wird.