Moskauer Bürgermeister mit „Njet“ zu Gay Pride im Out

Mit seiner strikten Ablehnung einer Schwulen- und Lesbenparade in Moskau hat sich der Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow selbst ins Out befördert. Bei einem Treffen von Bürgermeistern in London musste er bekennen, dass er mit seiner Haltung unter Stadtchefs wie dem Pariser Bürgermeister Pierre Delanoë, Ken Livingstone aus London und dem Berliner Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit alleine dasteht.

Luschkow verglich die Parade mit Werbung für Alkohol und Tabak. Der offen schwul lebende Delanoë reagierte mit dem Hinweis, dass Homosexualität keine Krankheit sei, die man irgendwann bekomme. Deshalb gebe es auch „kein Risiko der Propaganda“. Delanoe wurde 2002 bei einem

schwulenfeindlichen Messerattentat schwer verletzt.

Erst im Jänner hat Luschkow die Moscow Pride als „Teufelswerk“ bezeichnet. Nach dem Verbot der Parade im Vorjahr gab es Ende Mai 2006 eine Protestkundgebung, deren Teilnehmer verhaftet und von Rechtsextremen verprügelt wurden.