Russland: Schwulendemo endet in organisierter Prügelei

Wie im letzten Jahr endete auch heuer eine Demonstration für mehr Rechte von Schwulen und Lesben in Moskau am Sonntag in einer organisierten Prügelei. Dabei wurde bei der Demo daran gedacht, dass Homosexualität in Russland vor 14 Jahren entkriminalisiert wurde.

Die Polizei ging bei der nicht genehmigten Demo mit voller Härte gegen die Demonstranten vor: Gut ein Dutzend, darunter der Führer der russischen Lesben- und Schwulenbewegung Nikolai Alexeyev, wurde gleich zu Beginn in einen Bus verfrachtet, der Deutsche Parlamentarier Volker Beck wurde weggescheucht, während die Menge mit Eiern nach den Demonstranten warf und „Moskau ist nicht Sodom“ rief.

Mehrere Abgeordnete des Europäischen Parlaments wurden von der Polizei und organisierten Schlägertrupps festgehalten und verprügelt. Zu den Opfern der Prügelattacken gehört auch Richard Fairbrass, Sänger der Gruppe „Right Said Fred“, der aus Solidarität in Moskau mitmarschierte.

Von den Gegnern der Demonstration wurde übrigens keiner von der Polizei verhaftet, auch wenn sie die Demonstranten verprügelten. Ein Sprecher der Stadt Moskau sprach von „koordinierten und höflichen Aktionen der Polizei, die strikt mit den geltenden Gesetzen übereinstimmten“.