Vietnam: Schüler homofreundlich

Die überwältigende Mehrheit der Oberstufenschüler der vietnamesischen Hauptstadt Ho-Chi-Minh-Stadt ist tolerant gegenüber schwulen und lesbischen Mitschülern. Das ist das Ergebnis einer Studie der pädagogischen Fakultät der dortigen Wirtschaftsuniversität. Dazu befragten die Wissenschaftler 300 Oberstufenschüler an drei Schulen im ehemaligen Saigon.

Für 80 Prozent der Befragten ist Homosexualität nichts Verwerfliches. 72 Prozent gaben an, sie seinen nach dem Coming-out eines befreundeten Klassenkameraden dessen Freund geblieben. 34 Prozent haben den Freund getröstet, 35 Prozent hätten das Coming-out für sich behalten. Nur 13 Prozent hatten nach dem Coming-out Angst vor dem homosexuellen Mitschüler gehabt, zwei Prozent hätten Verachtung empfunden.

Die Forscher wollten auch wissen, wie hoch die Schüler die Zahl der Homosexuellen an ihrer Schule einschätzten: 42 Prozent gaben an, sie glaubten, dass einer von 100 Mitschülern schwul oder lesbisch seien. Zwei Prozent glaubten, es sei einer von 20, acht Prozent nannten einen von zehn. Der Rest machte keine Angaben.

Dem Bericht zufolge erklärten Psychologen, dass sich in diesem Jahr die Zahl der Jugendlichen, die sexuelle Beratung verlangten, verdoppelt habe. Die jungen Menschen sprächen demnach offener mit Erwachsenen über ihre sexuelle Ausrichtung. Allerdings wüssten viele Lehrer noch nicht, wie sie mit einem Coming-out umgehen sollen.