Fußball: Erstes schwules Bundesliga-Outing

Der frühere Spieler des einstigen Zweitligavereins Rot-Weiß Essen, Marcus Urban, hat sich am Sonntag öffentlich als schwul geoutet. In der „Welt am Sonntag“ erzählte er in einem Interview von seinem heimlichen Leben: Dass er versucht habe, jedem schwulen Klischee zu entgehen, oder extrem ruppig gegen die andere Mannschaft vorging, um keine Gerüchte aufkommen zu lassen.

Urban meinte außerdem, vieles in der Fußballwelt sei Lüge und Verheimlichung. Er sprach auch von Scheinheiraten schwuler Kollegen und Frauen, die man bei gesellschaftlichen Anlässen vorzeigt, um ja nicht in den Ruch schwulen Begehrens zu kommen.

Er selbst könne keinem der in der Ersten oder Zweiten Bundesliga aktiven Spieler raten, sich als homosexuell zu erkennen zu geben. „Die Gefahr wäre zu groß, dass der Spieler daran zerbricht.“ Urban, der nebenher noch im schwul-lesbischen Sportverein Startschuss e. V. spielt, prophezeite: „Irgendwann wird sich ein aktiver Spieler zum Schwulsein bekennen.“ Drei unter den etwa 1.000 angestellten Profikickern – von Bayern München als Meisteraspirant bis zum SC Paderborn als Zweitligaletztem – sollen nach Urbans Hörensagen schwul sein.