Iran: Todesstrafe gegen Schwulen gestoppt

Der oberste Richter des Iran hat das Todesurteil gegen den wegen gleichgeschlechtlichem Sex verurteilten Makwan Moloudzadeh aufgehoben. Wie die International Gay and Lesbian Human Rights Commission (IGLHRC) berichtet, hat Richter Ajatollah Seyed Mahmoud Hashemi Shahrudi entschieden, dass die Art, wie die Verurteilung zustande kam, gegen islamische Gesetze verstoße. Dem jetzt 21-jährigen Moloudzadeh war zur Last gelegt worden, dass er im Alter von 13 Jahren mit einem gleichaltrigen Jungen sexuelle Kontakte hatte.

Nach Angaben der IGLHRC hat der Iran zum ersten Mal ein Todesurteil gegen einen Schwulen aufgehoben. „Das ist ein großer Sieg für die Menschenrechte und eine Erinnerung daran, wie wirkungsvoll globaler Protest ist“, erklärte Paula Ettelbrich von der IGLHRC. Die Gruppe hatte zuvor gemeinsam mit Amnesty International und anderen Menschenrechtsorganisationen eine weltweite Protestaktion gegen die geplante Hinrichtung gestartet.

Der Prozess war voller Unregelmäßigkeiten. So haben alle scheinbaren Belastungszeugen ihre Aussage später widerrufen. Moloudzadeh bleibt trotz der Aufhebung des Urteils im Gefängnis. Ein örtliches Gericht soll nun das Verfahren neu aufrollen.