Grüne wollen Adoptionsrecht für Lesben und Schwule

Die Grünen wollen das Adoptionsrecht auch für Lesben und Schwule. Dass in den derzeitigen Plänen der Regierung zur Homo-Ehe weder die Möglichkeit der Fremdkind- noch der Stiefkindadoption vorgesehen ist, stört die Grüne Nationalrats-Abgeordnete Ulrike Lunacek. Ein Adoptionsrecht sei für die völlige Gleichstellung von homosexuellen Paaren mit heterosexuellen aber absolut notwendig, so ihre Argumentation. Die ÖVP erinnerte Lunacek daran, dass in deren Perspektivenpapier Familie als einen der zentralsten Werte festgeschrieben worden ist.?“Auch das ist eine Familie“, meinte die Grüne und präsentierte ein lesbisches Paar mit einem zweijährigen Kind zur Untermauerung ihrer Forderungen. Sowohl das Ansuchen um gemeinsame Obsorge als auch um eine Stiefkindadoption durch die nicht leibliche Mutter seien ihnen von den Behörden verwehrt worden, erzählten die beiden Frauen. In den Bescheiden sei auf notwendige gesetzliche Änderungen verwiesen worden, erläuterte Lunacek. Derzeit hat der nichtleiblichen Elternteil keine Rechte, etwa im Fall von Grundsatzentscheidungen im Spital, im Kindergarten oder in der Schule. Außerdem fällt das Paar um den zweiten Karenzanspruch und damit um einen Teil des Kindergeldes um.?Empört gab sich Lunacek einmal mehr über die Vorschläge von VP-Justizsprecher Heribert Donnerbauer. Dieser hatte gemeint, eine Zeremonie auf dem Standesamt könnte für gleichgeschlechtliche Paare entfallen. „Wie kommt er dazu, zu sagen, Homosexuelle sollen lieber im privaten Kämmerlein heiraten?“, so Lunacek auf der Pressekonferenz, die vor dem Standesamt im 8. Bezirk in Wien stattgefunden hat.