Australien will Internet zensieren

Die neue Labour-Regierung in Australien hat Zensur-Richtlinien für das Internet vorgestellt. Sie sollen helfen, Kinderpornografie und Gewalt-Websites zu bekämpfen. Der zuständige Kommunikationsminister Stephen Conroy sagte: „Die Richtlinie betrifft Computer zu Hause, in Schulen und Bibliotheken und sperrt Porno- und Extrem-Gewalt-Seiten. Diese werden von der australischen Medienbehörde ACMA identifiziert und von den Internet-Providern gesperrt.“

Doch viele bezweifeln die heren Ziele: Rachel Siewert, Senatorin für die australischen Grünen meint: „Es sollte genau umgekehrt sein. Als Elternteil, der nicht will, dass sich die Kinder legale Pornos übers Internet ansehen, würde man den Filter doch freiwillig zu Hause installieren“.

Der Kommunikationssprecher der Opposition, Bruce Bilson, kritisiert die Richtlinie ebenfalls: Die Filter sind teuer, leicht zu umgehen und drosseln die Geschwindigkeit des Netzes um bis zu 78 Prozent.

Nach einer Studie aus dem Jahr 2006 würde es umgerechnet 47 Millionen Euro kosten, ein solches System einzurichten, der Betrieb kommt dann noch einmal auf mindestens 20 Millionen Euro im Jahr.