Moscow Pride: Heuer neuer Versuch

Moskauer Aktivisten der Lesben- und Schwulenbewegung haben bei der Stadt einen Antrag auf Abhaltung der „Moscow Pride“ am 31. Mai 2008 gestellt. Die Parade soll im Anschluss an eine internationale schwul-lesbische Menschenrechtskonferenz abgehalten werden. Die letzten beiden Jahre hat Bürgermeister Juri Luschkow die Paraden verboten. Als Aktivisten sie trotzdem abhielten, prügelten rechtsradikale Schläger auf die Demonstranten ein, die Polizei verhinderte die Übergriffe nicht. Unter den Opfer war auch HOSI-Wien-Generalsekretär Kurt Krickler, der wie andere europäische Aktivisten die Parade durch seine Anwesenheit unterstützt hat.

Veranstalter Nikolai Alekseew erklärte, der CSD findet bewusst am letzten Mai-Wochenende statt, um an den 15. Jahrestag der Aufhebung des Verbots von Homosexualität in Russland zu erinnern. Am 27. Mai 1993 war ein sowjetisches Gesetz aufgehoben worden, das Homosexualität mit Gefängnis bedrohte. Unter den Kommunisten wurden Schwule in Umerziehungslager gesteckt. Nach einem auf Josef Stalin zurückgehendes Gesetz war Homosexualität ein Verbrechen gegen den Staat.