„kreuz.net“: Homo-Hasser bleiben straffrei

Seit Jahren macht die radikalkatholische Website kreuz.net Stimmung gegen Lesben und Schwule. Ein kirchlicher Insider erklärt, die Seite wird von der anonymen Gruppe „Sodalicium für Religion und Information“ betrieben, sie ist damit kein kirchliches Projekt. „Unter dem Deckmäntelchen des Katholizismus wird dort offen homophobes und rechtsextremes Gedankengut vertreten“, so die Website „kreuts.net“, die sich der Auflärung über die radikale Webpage und eine offene Diskussion verschrieben hat.

Für die Verfasser der Website haben Homosexuelle keine bürgerlichen Rechte. Sie werden generell als „Homo-Ideologen“ oder „Unzüchtige“ bezeichnet, Eingetragene Partnerschaften sind für die Verfasser ein „Homo-Konkubinat“. Im Oktober letzten Jahres reichte es einem Deutschen: Er hat Anzeige wegen Volksverhetzung gestellt, weil die Seite Homosexuelle diffamiert. Die bekannte schwule Info-Website „queer.de“ widmet sich nach Ansicht der kreuz.net-Macher „der Propagierung der widernatürlichen Unzucht“.

Doch die Staatsanwaltschaft Berlin musste das Verfahren gegen kreuz.net einstellen. „Im Zuge der Ermittlungen ist es nicht gelungen, einen Tatverdächtigen namhaft zu machen“, erklärte jetzt die Staatsanwaltschaft in einem Schreiben. Grund: Die deutschsprachige Seite werde im amerikanischen Bundesstaat Arizona betrieben, im Impressum steht eine Adresse in Kalifornien.

Wegen der „weit gefassten Meinungsfreiheit“ sind die „zur Anzeige gebrachten Texte in den USA nicht strafrechtlich relevant, entsprechende Auskunftsersuchen im Wege der Rechtshilfe werden von den zuständigen US-Behörden daher regelmäßig abschlägig beschieden“. Die Textverfasser könnten aus diesem Grund nicht ermittelt werden, so die Staatsanwaltschaft. Damit darf kreuz.net weiterhin gegen Lesben und Schwule wettern. Einige engagierte Homosexuelle greifen mittlerweile zur Selbsthilfe und unterwandern die Kommentarfunktion der Website.