HIV in der Steiermark: 105% mehr Infizierte

Auch, wenn in ganz Österreich die Zahl der HIV-Neuinfektionen gestiegen ist – besonders hoch ist die Zahl der Neuinfektionen in der Steiermark unter Männern. In einer Stellungnahme gegenüber GGG.at zeigt Lola Fleck, Leiterin der Steirischen AIDS-Hilfe: Die Zahlen in der Steiermark sind ein Rekordhoch. „76 Personen wurde im vergangenen Jahr mitgeteilt, dass sie HIV positiv sind. Das war noch nie der Fall. Vergleicht man die Zahl mit dem Jahr davor, so stellt sie eine Steigerung von 105% dar. Jede Woche sind das in Graz bzw. in der Steiermark ein bis zwei Personen, die 2007 erfahren haben, dass sie positiv sind. Österreichweit lag die Steigerung von 2006 auf 2007 bei 16%. Nicht alle erstmals HIV positiv Getesteten haben sich 2007 infiziert, doch bei jenen Personen, wo die Infektion erst 2007 erfolgte, zeigt sich ein Trend, dass es vor allem Männer sind, die sich beim ungeschützten Sex mit anderen Männern angesteckt haben.“

Fleck betont, dass sich jeder selbst schützen kann und muss: „Und man soll auch nicht warten, dass der andere für einen selbst die Verantwortung übernimmt. Die Zahlen sind für mich persönlich unfassbar, besonders für ein Land wie Österreich, wo Kondome erschwinglich sind und das Bildungsniveau hoch ist: 76 HIV Positive mehr im Jahr 2007, allein in der Steiermark. Ich will bewusst keine Vermutungen anstellen, warum auch andere sexuell übertragbare Infektionen so stark steigen. Als Leiterin der Steirischen AIDS-Hilfe kann ich nur den Appell wiederholen: Gib AIDS keine Chance. Schütze dich und andere.“, gibt sie eine ganz klare Botschaft. Die Steirische AIDS-Hilfe verteilt weiterhin Gleitgel und extra starke Kondome in der Szene und macht auf extra dünne unbeschichtete Kondome aufmerksam, die für Oralverkehr geeignet sind. Kondomautomaten der Steirischen AIDS-Hilfe sind an wichtigen Stellen in Graz aufgestellt.

Und sie warnt vor dem Leichtsinn, der sich zur Zeit auszubreiten scheint: „Nach erfolgter Infektion bleibt nach derzeitigem Wissenstand das Virus im Körper. Man kann es dort nicht löschen. Es gibt keine Heilung. Therapie heißt nur, den Wasserhahn, der die Badewanne bis zum Überlaufen füllt, zurück zu drehen. Ganz abdrehen kann man ihn heute noch nicht.“, fasst Fleck die Gefahr durch das Virus zusammen.