Senegal: Verhaftungen nach schwuler Hochzeit

Die Polizei im Senegal nahm in der Hauptstadt Dakar Medienberichten zwischen sieben und 20 Männer fest, die an einer schwulen Hochzeitsfeier teilgenommen haben sollen. Im Boulevardmagazin „Icones“ wurden Bilder von einer angeblichen Homo-Hochzeitsfeier abgedruckt, auf denen die Gesichter von Dutzenden Männern zu sehen waren. Die „Hochzeit“ soll bereits vor 18 Monaten stattgefunden haben. Das Magazin soll für die Aufnahmen umgerechnet 2.000 Euro bezahlt haben.

Die Behörden machten zu der Zahl und dem Aufenthaltsort der Festgenommenen keine Angaben. Sie gaben nur an, dass mehrere Personen wegen des Verdachts auf Homosexualität in Gewahrsam genommen wurden. „Wir fürchten um unser Leben – insbesondere diejenigen, die auf den Fotos zu sehen sind“, erklärte ein Aktivist gegenüber der ILGA, dem Dachverband lesbischwuler Organisationen. „Einige von uns verstecken sich nun, andere fliehen aus dem Land“.

Auf Homosexualität stehen im Senegal bis zu fünf Jahre Haft. Damit ist er eines der wenigen frankophonen Länder, die gegen Schwule vorgehen.Für Aids-Gruppen und lesbischwule Aktivisten stellt sich nach der Verhaftungswelle die Frage, ob Ende des Jahres eine internationale Konferenz über HIV und sexuell übetragbare Krankheiten im Land abgehalten werden kann. „Es kann in Dakar keine offene Diskussion über den Einfluss von Menschenrechtsverletzungen auf HIV-Infektionszahlen stattfinden, wenn am selben Ort eine derartige staatliche Drangsalierung stattfindet“, erklärte Danilo da Silva, Co-Vorsitzender der panafrikanischen ILGA.