CSD Stuttgart empört fundamentale Christen

Harsche Kritik von der „Evangelischen Allianz“ kommt am Motto des CSD Stuttgart. Dieser soll im Juli unter dem Motto „Ich glaube“ abgehalten werden. Der Chef der Stuttgarter Evangelischen Allianz, Gerhard Lieb, rief zur „Wachsamkeit“ auf: Christen sollten es nicht der „Schwulenlobby“ überlassen, was Glauben ist. Denn dieses Wort beziehe sich der christlichen Überzeugung nach ausschließlich auf Gott und die Anerkennung dessen Werteordnung, die die Grundlage für das Zusammenleben bilde.

Entspannter geht die offizielle evangelische Landeskirche an das Thema: Christian Tsalos, Sprecher der württembergischen Landeskirche, sagte, die Kirche lassen sich durch das Motto „nicht provozieren“. Eher müssten sich die CSD-Veranstalter von den klaren Aussagen der Kirche zum dreieinigen Gott provoziert fühlen, weil deren Glaubensbegriff zu vage sei, so Tsalos.

„Provokation gehört beim CSD zum Geschäft“, erklärte dazu CSD-Vorstand Christoph Michl. „Nur wenn man Dinge klar und deutlich auf den Punkt bringt und manchmal auch ein bisschen überspritzt darstellt, wird man in der heutigen Zeit wahrgenommen. Und meist entsteht daraus ein fruchtbarer Dialog“, so Michl weiter. Mit aktuellen Motto wollen die Versanstalter den Begriff „Glauben“ wieder für sich gewinnen, weil dieser von den Kirche vereinnahmt werde: „Jeder Mensch, auch der homosexuelle, glaubt – und zwar an ganz unterschiedliche Dinge: beispielsweise an die freie Meinungsäußerung, an sich selbst, an Gott, an eine tolerante Gesellschaft, an die Verbindung von Politik und Party, an den Zusammenhalt der schwul-lesbischen Community oder Menschheit, an eine faire Gesetzgebung, an ein weltoffenes Stuttgart, an freie Sexualität, an Emanzipation und, und, und. Die Liste lässt sich beliebig vorsetzen“, so der CSD-Vorstand in einer Erklärung.