Rauchen tötet – besonders HIV-Positive

HIV-Positive bekommen wahrscheinlicher eine Krankheit, die eine Folge des Rauchens ist, als HIV-Negative. Das hat die britische Organisation „Gay Men Fighting AIDS“ (GMFA) bekanntgegeben. „Die Anzeichen dafür sind die letzten Jahre hindurch gewachsen, und diese erhöhten Risken haben oft nichts mit dem geschwächten Immunsystem zu tun“, heißt es in einer Aussendung.

Die GMFA hat festgestellt, dass die Zahl der infizierten Männer, die an Krebsarten sterben, die nichts mit AIDS zu tun hat, unter den Infizierten steigt. „Die Gefahren des Rauchens sind bekannt – aber weniger Leute wissen, dass Rauchen für Menschen, die mit HIV leben, ein erhöhtes Risiko haben“, sagt Matthew Hodson, Leiter von GMFA. „HIV-Behandlungen können die Lebenserwartung von Menschen, die mit HIV leben, erhöhen, aber das hat auch Auswirkungen auf ihre Lebensweise – und darum ist es wichtiger denn je, dass HIV-Positive auf sich und ihre Gesundheit achten“, so Hodson weiter.

Jetzt will die GMFA mit einer Werbekampagne vor den Gefahren des Rauchens für HIV-Positive warnen. Aus Untersuchungen geht hervor, dass schwule Männer öfter rauchen als Heteros, und unter den Schwulen sind es besonders HIV-Positive, die öfter zur Zigarette greifen als HIV-negative oder ungetestete Männer.

Besonders stark ist der Anstieg von Lungen- und Analkrebs unter den HIV-positiven schwulen Männern. „Lungenkrebs ist unter HIV-Positiven unter 40, die ein starkes Immunsystem haben, immer häufiger, Analkrebs wird von humanen Papillomviren (HPV) verursacht, die unter HIV-Positiven öfter vorkommen. Rauchen führt dazu, dass sich das HPV-Virus schneller vermehrt und das Risiko für Analkrebs steigt.“, sagt Hodson. Weiters kommen bei HIV-Positiven öfter und schneller Krankheiten zum Ausbruch, die man normalerweise nur von Langzeitrauchern kennt. Die HIV-Medikamente begünstigen weiters das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkten und Schlaganfällen. Dieses Risiko wird durch das Rauchen noch weiter verstärkt.