Kosovo: Verfassung schützt Schwule und Lesben

Der Entwurf für die künftige Verfassung des Kosovo erregt römisch-katholische Organisationen: Lesben und Schwule sollen – ganz nach EU-Vorbild – vor Diskriminierung geschützt werden.

Der Verfassungsentwurf plant Bestimmungen, die Kosovaren davor schützt, aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert zu werden. Der Begriff Ehe wird in dem Entwurf nicht explizit auf heterosexuelle Paare beschränkt. Die Verfassung soll sich auf „Erkenntnisse des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte und andere internationale Körperschaften, die die Einrichtung von international garantierten Menschenrechten überwachen“ stützen, ist in dem Entwurf zu lesen.

Ein römisch-katholischer Familienverband hat jetzt ihre Einwände gegen den Entwurf eingebracht, der binnen vier Monaten verabschiedet werden muss. Seine Aufgabe sieht er darin, „die Öffentlichkeit über die Punkte aufzuklären, die von der UNO und anderen internationalen Organisationen aufgezwungen wurden“. Die neue Verfassung würde nach Ansicht der römisch-katholischen Gruppe die traditionelle moslemische und christlich-orthodoxe Gesellschaft verändern, indem sie den gesetzlichen Schutz ungeborenen Lebens aufhebe und spezielle Rechte auf Basis der sexuellen Orientierung einführe.

Im Dezember 2007 hat die ILGA Europe, die Dachorganisation der lesbischwulen Organisationen Europas, noch festgestellt, dass im Kosovo Minderheiten und andere verletzbare Gruppen Einschränkungen in der Versammlungsfreiheit erleben und es einen Bedarf gibt, die Rechte solcher Gruppen – wie zum Beispiel Homosexuellen – öffentlich zu machen, um Vorurteilen sowie verbaler und physischer Gewalt entgegenzuwirken.