Niederlande: Máxima auf Homosexuellenkongress

Erstmals in der Geschichte der Niederlande wird ein Mitglied der königlichen Familie an einer Konferenz über die Rechte von Schwulen und Lesben teilnehmen. Prinzessin Máxima, Ehefrau von Kronprinz Willem-Alexander, wird Delegierte aus allen großen Städten der Niederlande treffen und eine Rede gegen die Diskriminierung von Lesben und Schwulen halten. Für Frank van Dalen von der niederländischen Lesben- und Schwulenorganisation COC ist die Anwesenheit von Máxima „historisch bedeutend“: „Darauf warten wir schon seit sehr, sehr langer Zeit.“

Die Niederlande gelten als eines der tolerantesten Länder der Welt, 2001 haben sie als erstes Land der Welt die gleichgeschlechtliche Ehe eingeführt. Und auch wenn 61% der Niederländer ihr Land als schwulen- und lesbenfreundlich bezeichnen, ist das Image von Amsterdam als schwule Hauptstadt der Welt stark ramponiert: Schwulenfeindliche Attacken, vor allem von Zuwanderen aus den ehemaligen Kolonien, haben zugenommen. Im August 2007 haben sich die Hälfte der niederländischen Lesben und Schwulen unsicherer gefühlt als ein Jahe zuvor. Das geht aus einer Umfrage der Fernsehsendung „EénVandaag“ hervor. Die Regierung aus Sozial- und Christdemokraten hat mittlerweile härtere Strafen für Verbrechen gegen Lesben und Schwule gefordert.