Kanada: Schwule dürfen weiter kein Blut spenden

Die beiden kanadischen Blutspendezentralen haben trotz Beschwerden von zwei der führenden HIV-Experten Montreals beschlossen, das lebenslange Blutspendeverbot für schwule Männer aufrecht zu erhalten. Das berichtet die „Gazette of Montreal“.

Hema-Quebec und Canadian Blood Services sagten, sie werden an der Richtlinie, Schwule vom Blutspenden auszuschließen, festhalten. Allerdings gaben sie zu, dass schwule Blutspender – sofern einige Einschränkungen eingehalten werden – nicht zu verseuchten Blutproben führen würden. Nachdem eine Studie über die Sinnlosigkeit des Blutspendeverbots bekannt geworden ist, haben Funktionäre von Canadian Blood Services gesagt, dass sie davon noch nicht ganz überzeugt sind. „Wir haben uns entschlossen, mehr forschen zu wollen, bevor wir unsere Richtlinien ändern“, sagte Anne Trueman, Pressesprecherin für Canadian Blood Services.

Die Studienautoren, Mark Wainberg und Norbert Gilmore vom AIDS-Zentrum der McGill Universität, haben den kanadischen Blutspendezentralen empfohlen, sich am australischen Modell zu orientieren. Dort können Männer Blut spenden, wenn sie vorher 12 Monate lang keinen schwulen Sex hatten. Der Studie nach gäbe es nur alle 18 Jahre eine einzige Einheit verseuchtes Blut. Dafür würden allein schwule Männer jedes Jahr 136.000 Einheiten spenden. Gegenüber Journalisten sagte Studienautor Wainberg: „Die Tests haben sich weiterentwickelt, aber die Richtlinien von Hema-Quebec und Canadian Blood Services sind im Jahr 1983 steckengeblieben“.