USA: Proteste bei Papst-Besuch

Eine Gruppe, die sich für Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender-Personen in der römisch-katholischen Kirche einsetzt, plant Protestaktionen während dem Besuch von Papst Benedikt XVI. in den Vereinigten Staaten im April.

Das Rainbow Sash Movement (RSM) will „Katholiken mit gutem Willen“ dazu aufrufen, das Papamobil nicht mit Konfetti, sondern mit Asche zu bewerfen. „Asche ist ein traditionelles und angebrachtes Zeichen, einen Sünder zu begrüßen, der der Kirche so viel Konflikte und Schmerz bereitet hat“, heißt es in einer Aussendung. Außerdem will RSM bei den offiziellen Anlässen pfeifen: „Pfeifen wurden vom polnischen Volk verwendet, um vor dem Ende des Kalten Krieges die Schande der Verletzung von Menschenrechten durch die Kommunisten aufzuzeigen. Es wird einen lauten Ruf nach Reformen geben, und der Papst wird nicht in der Lage sein, ihn zu überhören“, heißt es weiter. Aus Gründen der Pietät wird RSM seine Aktionen nicht im Inneren von Kirchen oder auf Ground Zero stattfinden lassen.

Die Reformen, die RSM durchsetzen will, sind vielfältig: Sie gehen von der Aufhebung des Zölibats für Priester bis zu einem härteren Vorgehen gegen Bischöfe, die Priester decken, die Kinder missbraucht haben.

Zwischen 15. und 20. April wird der Heilige Vater Washington und New York besuchen, um Präsident Bush zu treffen und vor den Vereinten Nationen zu sprechen. Es ist sein erster Besuch in den Vereinigten Staaten. Sein Vorgänger, Johannes Paul II., besuchte die USA sieben Mal.