Großbritannien: Front gegen Blutspendeverbot

Auch in Großbritannien gibt es eine immer breiter werdende Front gegen das Verbot für Schwule, Blut spenden zu dürfen. Zur Zeit dürfen auf der Insel Männer, die mindestens einmal mit einem Mann Oral- oder Analsex hatten, lebenslang nicht mehr Blut spenden – egal, ob sie beim Sex ein Kondom verwendet haben oder nicht. Als Grund dafür gibt das National Blood Service (NBS)an, das Risiko, eine Geschlechtskrankheit weiterzugeben, sei zu hoch.

Allerdings hat der National Aids Trust (NAT) festgestellt, dass schwarze Afrikaner in Großbritannien ein gleich hohes Risiko für durch Blut übertragene Geschlechtskrankheiten haben – diese werden aber nicht wie schwule Männer mit einem lebenslangen Spendeverbot belegt.

Dieses lebenslange Verbot gilt außer für Schwule nur noch Menschen, die für Sex entweder Geld oder Drogen bekommen haben oder Menschen, die sich jemals Drogen gespritzt haben. Die Initiative BloodBan.co.uk nennt diese Richtlinien „altmodisch und diskriminierend“ und hat gefordert, diese zu überarbeiten. Denn für Heterosexuelle, bei denen die Zahl der Geschlechtskrankheiten auch in Großbritannien ansteigt, bleiben die Richtlinien zum Blutspenden gleich.

Der Tageszeitung „Metro“ erklärt ein NBS-Sprecher, das Verbot wäre gerechtfertigt und „extrem erfolgreich“. Jede Blutspende wird auf HIV, Hepatitis B und C und andere Krankheiten getestet, was das Risiko, eine verseuchte Blutkonserve zu bekommen, ausschließen sollte und damit das Blutspendeverbot für Schwule überflüssig machen. Gegenüber der Internetseite PinkNews.co.uk rechtfertigt das NBS allerdings seine Politik: „Das Blut von Heterosexuellen zu testen und nicht das von schwulen Männern ist weder eine Frage der Kosten noch der sexuellen Orientierung – es ist eine Frage der Sicherheit. Das National Blood Service testet jede Blutspende. Von denen, die zwischen Oktober 1995 und Juni 2006 gespendet haben, bevor sie positiv auf HIV getestet wurden, haben 48 von 116 Spendern zugegeben, schwulen Sex gehabt zu haben.“ Dass 59 Prozent dieser HIV-infizierten keinen schwulen Sex gehabt haben, dürfte für das NBS keine große Rolle spielen.

„Bluttests geben bei einer sehr kleinen Zahl von infizierten Spenden kein korrektes Ergebnis, zum Beispiel, wenn Leute sehr frisch mit dem HI-Virus angesteckt wurden“, sagt der NBS-Sprecher weiter. „Deshalb sind Spender von Hochrisikogruppen nicht zugelassen“. Das NBS denkt derzeit nicht daran, seine Richtlinien zu überarbeiten.