Italien: Bischöfe mischen im Wahlkampf mit

Mit großem Interesse beobachtet der Vatikan den italienischen Wahlkampf – und mischt sich ein. Der Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz (CEI), Kardinal Angelo Bagnasco, hat sich zwar gegen Wahlempfehlungen ausgesprochen, allerdings sollen die Wähler Mitte April ihre Stimme im Bewusstsein der grundlegenden Werte „Leben“ und „Familie“ abgeben, so Bagnasco.
Seit Benedikt XVI. zum Papst gewählt wurde, versucht der Vatikan verstärkt, auf die italienische Politik Einfluss auszuüben. Vor allem gegen Pläne der inzwischen gestürzten Regierung von Romano Prodi, uneheliche Lebenspartnerschaften zu legalisieren, stemmte sich der Vatikan in den vergangenen Monaten heftig. In den letzten Wochen hat sich Bagnasco auffällig oft für die Verteidigung der traditionellen Familie eingesetzt. Ehen zwischen Personen desselben Geschlechts sind für ihn der Ausdruck einer „anarchischen Freiheit“. Die Einführung des „Zivilen Solidaritätspakts“ für hetero- und homosexuelle Paare, wie von der mit Spitzenkandidat Walter Veltroni verbündeten Radikalen Partei gefordert, lehnt der Kardinal entschieden ab. Die Pakte seien zu guten Teilen der Ehe nachgebildet und könnten genauso gut „Mini-Ehen“ genannt werden. Dafür gebe es keinen Bedarf, so der Kirchenfürst.