Mexiko: Jagd auf „schwule“ Emos [mit Video]

Vier Verletzte gab es in der mexikanischen Stadt Querétaro, als es dort eine regelrechte Hetzjagd auf jugendliche Emo-Fans gegeben hat. Bis zu 1.000 Emo-Hasser sollen den öffentlichen Treffpunkt der örtlichen Emo-Szene gestürmt und dabei vier Personen verletzt haben. 28 Personen wurden festgenommen, darunter 22 Minderjährige. Die Meute bestand nach Informationen der Zeitung „La Crónica de Hoy“ vor allem aus Heavy-Metall-Fans, aber auch aus Skatern, Punks und Alternative-Hörern.

Die Regierung ist besorgt: Im Internet rufen Anhänger anderer Jugendkulturen immer wieder zu Angriffen auf Emos auf, weil diese schwul sein sollen und damit ein schlechtes Image auf Mexiko und die Jugend des Landes werfen. Von dem Hass auf Emos zeugt das Blog „Movimiento Anti Emosexual“, dass neben Videos der Randale ganze Hasstiraden gegen Emo-Boys bietet. Auch Emo-feindliche Songs stehen zum Download bereit

In den letzten Jahren hat sich die Emo-Bewegung mit ihrem eigenen Kleidungsstil rasant über die gesamte westliche Welt verbreitet, wobei vor allem der Style mehr übergreifenden Einfluss hat als die offiziell als Emo abgestempelte Musik. „Emo“ steht dabei für „Emotonal Hardcore“. Die dem Indie- und Alternative-Bereich verwandte Szene gilt dabei gegenüber Schwulen und Lesben als aufgeschlossen, viele Teenager erleben heute eher dort ihr Coming-out als in der schwulen Szene.

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