Schweiz: Wer darf Mister Gay küren?

Einen Zickenkrieg erster Güte gibt es derzeit in der Schweizer Szene. Grundlegende Frage: Wer darf den ersten Mister Gay seit 2004 küren? Damals fand in unserem Nachbarland die letzte Wahl zum Mister Gay statt, Sven Müller aus Zürich hat damals gewonnen.

Denn hinter den Kulissen entbrannte ein jahrelanger Kampf der Organisatoren um die Rechte am Event. Der Streit konnte erst im September 2007 beigelegt werden. Farah de Tomi, eine der beiden Organisatoren der Wahlen im Jahr 2004, hat sich die Rechte für die Miss- und Mister-Gay-Wahlen erworben, wie sie der Schweizer Zeitung „20 Minuten“ versicherte.

Doch nun Oliver Eschler von der Eventmarketingfirma „be loved“ mögliche Kandidaten auf, sich im Internet zu bewerben. „Wir haben die Marke umfassend geschützt“, beteuert Eschler, Auch die Internet-Domains mrgay.ch, mistergay.ch, mister-gay.ch hat sich „be loved“ gesichert.

„Die Schwulen sollen wieder einen positiven Botschafter in den Medien haben und die Szene soll für eine gute Sache zusammenkommen“, argumentiert Eschler.

Doch er bekommt heftigen Gegenwind: „Oliver Eschler hat offenbar den Eindruck, dass er in der Gay-Welt etwas bewirken könne, aber er hat nichts zu sagen“, ätzt Farah de Tomi. „Herr Eschler hat mir gesagt, er werde die Wahlen durchführen, ganz egal, was ich dazu sage. Ich könne mich ja mit meinen Anwälten wehren. Das werde ich auch tun“, gibt sie sich kampfeslustig.

De Tomi hat für ihre Version der Mister- und Miss.Gay-Wahlen bereits Sponsoren, Oliver Eschler ist schon weiter fortgeschritten: „Die Vorwahlen werden ab Spätsommer 2008 stattfinden, das Finale am Samstag, 29. November 2008, im gediegenen Börsensaal am Paradeplatz in Zürich.“, sagt er. Der Kampf um die Wahl zur Miss oder zum Mister Gay ist also eröffnet – zumindest hinter den Kulissen.