„Homo:Foul“: Plakate zur Fußball-EM gegen Homophobie

Anlässlich der EURO 2008 will Qwien Kultur mit dem europaweiten Plakatwettbewerb „Homo:Foul“ einen Akzent im Stadtbild setzen, der Homophobie im Fußball thematisieren soll. Aus allen Einsendungen wird eine Vorjury die besten 50 auswählen. Eine Experten-Jury wird die besten drei und ein Siegerprojekt küren, das mit einem Preisgeld und einer Veröffentlichung in Partnermedien prämiert wird. Bis Mitte Juli 2008 werden die 50 besten Plakate mit einer Ausstellung im öffentlichen Raum präsentiert. Einsendungen sind noch bis 30. Mai möglich.

„Fußball ist der letzte Ort, an dem die Klischees von ‚wahrer Männlichkeit‘ gelebt werden können“, heißt es bei Qwien Kultur, „sowohl auf dem Feld als auch in den Fankurven.“ Zögerliche oder schlechte Fußballer werden als „Mädchen“ oder „Schwuchtel“ bezeichnet, der gegnerische Spieler als „warme Sau“ beschimpft, defensives Spiel endet häufig in einem „warmen Pass“. „Nicht nur in den österreichischen Stadien gehört blanker Machismo zum guten Ton.“, so Qwien Kultur.

Dabei ist Fußball durch Klammern, Decken und Festhalten eine sehr berührungsintensive Sportart. „Nach einem Torerfolg wird umarmt und geherzt, aber nur solange kein Spieler den Körperkontakt zu Männern auch im Privatleben sucht.“ Und der Witz des Nach-der-Seife-Bückens unter der Dusche wird in den Umkleidekabinen immer noch gepflegt. „Es besteht also Handlungsbedarf“, so die Bilanz von Qwien.

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