Israel gibt schwulem Palästinenser Aufenthaltsgenehmigung

Zumindest vorübergehend hat eine schwule Liebesgeschichte zwischen einem Israeli und einem Palästinenser ein glückliches Ende gefunden. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat der 33-jährige Palästinenser von Israel eine vorübergehende Aufenthaltsgenehmigung bekommen, weil er in der Westbank wegen seiner sexuellen Orientierung in Lebensgefahr sei. Eine Aufenthaltsgenehmigung für Palästinenser aus dem besetzten Westjordanland, die mit ihrem Partner in Israel leben wollen, ist unabhängig von deren sexueller Orientierung sehr selten.

Homosexualität ist in den Palästinensergebieten ein Tabuthema. In den letzten Jahren gab es aber immer wieder vereinzelt Gewalt gegen Schwule und Lesben, wie lokale Homosexuellenrechtsgruppen berichten. Dafür werden schwule oder lesbische Palästinenser von ihren Landsleuten verdächtigt, mit Israel zusammenzuarbeiten, erklärt die in Israel lebende, palästinensische Koordinatorin der Lesbengruppe ASWAT, Rauda Morcos. Denn der israelische Geheimdienst Shin Bet droht gerade ihnen oft mit der Abschiebung, wenn sie sich weigern, mit ihm zusammenzuarbeiten.